19 April 2026, 06:19

AfD-Fraktion in Harburg zerbricht: Zwei weitere Politiker treten nach Gewalt- und Korruptionsvorwürfen aus

Eine politische Karikatur, die rote Figuren auf einem blauen Rastersystem zeigt, mit besorgten Gesichtern und erhobenen Armen, begleitet von fetter schwarzer Schrift.

AfD-Fraktion in Harburg zerbricht: Zwei weitere Politiker treten nach Gewalt- und Korruptionsvorwürfen aus

Zwei weitere Politiker haben die AfD-Fraktion im Hamburger Bezirk Harburg verlassen, sodass diese nun nur noch aus drei Mitgliedern besteht. Die Austritte folgen auf monatelange interne Streitigkeiten, darunter Vorwürfe wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten und körperlicher Angriffe. Ehemalige Mitglieder warnen mittlerweile vor einem Klima der Einschüchterung innerhalb der Gruppe.

Andreas Ehlers und Harald Feineis gaben diese Woche ihren Austritt aus der AfD-Fraktion bekannt. Ehlers behauptet, der Fraktionsvorsitzende Helge Ritscher habe ihn körperlich angegriffen. Zudem warf er der Gruppe vor, ein sechsstelliges Guthaben auf ihrem Konto ohne ordnungsgemäße Unterlagen zu verwalten.

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Schon im vergangenen Jahr hatte ein weiterer AfD-Politiker, Adrian Leuser, die Fraktion verlassen und Harburg fluchtartig verlassen, nachdem er Anzeige gegen Ehlers erstattet hatte. Leuser hatte zuvor Drohungen gemeldet, darunter die auf seine Wohnungstür gekritzelten Worte "Verräter wird bestraft, Leuser". Später erklärte er, er fürchte um seine Sicherheit, da die AfD bereit sei, Gewalt einzusetzen.

Die jüngsten Austritte sorgen bei anderen Parteien für Besorgnis. Der CDU-Abgeordnete Rainer Bliefernicht warnte, weitere Spaltungen könnten zur Bildung einer zweiten AfD-Fraktion führen. Unterdessen warf Simon Dhemija von der Linken der Harburger AfD vor, gezielt Skandale zu provozieren, um die lokale Politik zu destabilisieren. Die CDU stellt derzeit mit zwölf Vertretern die meisten Sitze in der Harburger Bezirksversammlung.

Mit nur noch drei Mitgliedern steht die Zukunft der Fraktion nun auf der Kippe. Innerhalb eines Jahres hat die AfD-Fraktion in Harburg mehr als die Hälfte ihrer Mitglieder verloren. Vorwürfe wegen Gewalt, finanzieller Unregelmäßigkeiten und Einschüchterung haben ihre Position geschwächt. Lokale Politiker beobachten nun gespannt, ob sich die Gruppe erholen kann – oder ob weitere Zerwürfnisse folgen werden.

Quelle