05 January 2026, 17:04

AfD klagt gegen Tunnel-Sperre: „Ungleiche Behandlung“ im Stuttgarter Landtag

Autos auf einer Straße mit vier Menschen in der Nähe, Gebäude mit Fenstern im Hintergrund, Bäume und Warnkegel.

Merkwürdiger Streit im Landtag: AfD kämpft um Zugang zum Tunnel - AfD klagt gegen Tunnel-Sperre: „Ungleiche Behandlung“ im Stuttgarter Landtag

AfD-Abgeordnete im Landtag von Baden-Württemberg haben rechtliche Schritte gegen die eingeschränkte Nutzung eines unterirdischen Tunnels eingeleitet. Im Mittelpunkt des Streits stehen Sicherheitsvorkehrungen, die sie zwingen, einen längeren Weg über eine vielbefahrene Straße zu nehmen. In ihrer Klage behaupten sie, die Regelungen verletzten verfassungsmäßige Rechte und zielten gezielt gegen ihre Partei.

Der betroffene Tunnel verbindet das Plenargebäude mit dem Abgeordnetenhaus und ermöglicht es Parlamentariern normalerweise, zwischen den Standorten zu wechseln, ohne ins Freie treten zu müssen. Nach einem Vorfall in den Büroräumen eines AfD-Abgeordneten schränkten die Behörden den Zugang ein – mit Verweis auf Sicherheitsbedenken. Seither müssen AfD-Vertreter einen Umweg über die Oberfläche nehmen.

Die Partei reichte eine Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof Baden-Württemberg ein und argumentiert, die Einschränkungen stellten eine ungleiche Behandlung dar. Als Beklagte wird die Landtagspräsidentin genannt, der vorgeworfen wird, gegen verfassungsrechtliche Schutzbestimmungen verstoßen zu haben. Allerdings ist die Zulässigkeit der Klage nun fraglich, da die sechmonatige Frist zur Einreichung im Juni 2024 abgelaufen ist. Über den Fall wurde an einem Donnerstag entschieden, doch ein vollständiges Urteil könnte noch auf sich warten lassen. Das Gericht hat bisher nicht geklärt, ob die versäumte Frist das Verfahren blockieren wird.

Der Ausgang der rechtlichen Auseinandersetzung bleibt ungewiss, da verfahrensrechtliche Hürden eine weitere Prüfung verhindern könnten. Bis auf Weiteres müssen die AfD-Abgeordneten den Umweg in Kauf nehmen, während der Landtag an seinen Sicherheitsmaßnahmen festhält. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen der AfD und den Landesbehörden in Fragen des Zugangs und der Gleichbehandlung.