Alma Hasun begeistert Wien mit zwei atemberaubenden Bühnenrollen
Alma Hasun hat in diesem Herbst in Wien mit zwei beeindruckenden Auftritten hochgelobte Kritik geerntet. Ihre Rollen reichten von einer intriganten Tochter in einem futuristischen Drama bis hin zu einer Pianistin, die mit Verlust kämpft – in einer ausverkauften Produktion. Kritiker feiern ihre Vielseitigkeit und ihre Bühnentiefe.
An einem Sonntagmittag im Wiener Kammerspiele-Theater betrat Hasun als Tochter die Bühne in Sophia oder Das Ende der Humanisten. Das Stück begleitet den Versuch ihrer Figur, die erlöschende Romanze ihrer Eltern wiederzubeleben – doch die Handlung nimmt eine unerwartete Wendung, als ein humanoider Roboter auftaucht. Ihre Darstellung zeigte, wie meisterhaft sie emotionale Feinheiten mit den spekulativen Themen des Stücks verbindet.
Zuvor hatte sie in Ganymed Areal, Teil des immersiven Stationentheaters in Wien-Penzing, einen dreistündigen Monolog bestritten. Ihre Verkörperung einer Pianistin, die die Fähigkeit zu spielen verloren hat, zog das Publikum in einen rohen, intimen Kampf hinein. Die gesamte Spielzeit war bis Oktober ausverkauft – ein Beweis für die Wirkung der Inszenierung.
Hasuns Zugang zur Schauspielerei ist tief in der Literatur verwurzelt. Ihr Vater brachte ihr Autoren wie Hemingway und Hesse nahe und entfachte so ihre lebenslange Leidenschaft für das Erzählen von Geschichten. Bei den Vorbereitungen für Die Kostverächter, ein im Nationalsozialismus angesiedeltes Drama, fand sie besondere Inspiration in Margot Friedländers Memoiren Versuch, dein Leben zu machen. Die Widerstandskraft des Buches hinterließ bleibende Spuren in ihrer künstlerischen Arbeit.
Neben zeitgenössischen Stücken hat sie sich auch an Klassikern versucht, etwa in einer Rolle in Tschechows Onkel Wanja am Theater in der Josefstadt. Doch ihre Ambitionen gehen über vertraute Rollenmuster hinaus. Sie hat klar gemacht: Sie will komplexe, dramatische Figuren erkunden – nicht nur das „Mädchen von nebenan“.
Beide jüngsten Auftritte Hasuns wurden überschwänglich gelobt. Ihre Fähigkeit, völlig unterschiedliche Rollen zu verkörpern – von futuristischen Familiendramen bis zu zutiefst persönlichen Monologen – hat ihren Ruf als faszinierende Bünenpräsenz gefestigt. Mit ausverkauften Vorstellungen und kritischem Beifall gewinnt ihre Karriere in der Wiener Theaterszene weiter an Fahrt.






