Apothekensterben in Darmstadt-Dieburg gefährdet medizinische Grundversorgung der Region
Antonio SchleichApothekensterben in Darmstadt-Dieburg gefährdet medizinische Grundversorgung der Region
Zunehmende Apotheken-Schließungen in Darmstadt-Dieburg wecken Sorgen um die Stabilität der lokalen Gesundheitsversorgung
Dr. Nojan Nejatian, Inhaber der Heegbach-Apotheke in Erzhausen, warnt, dass die wachsende Zahl an Schließungen tiefgreifende Schwächen im System offenbart. Kürzlich traf er sich mit Vertretern des Landkreises, um Lösungen zu erörtern, bevor sich die Lage weiter verschärft.
Nejatian betonte die Risiken, die mit dem Verlust von Apotheken einhergehen – insbesondere angesichts einer alternden Bevölkerung. Eine zuverlässige Gesundheitsversorgung, so seine Argumentation, erfordere langfristige politische Unterstützung und stabile Strukturen. Ohne diese drohe das Fundament der lokalen medizinischen Versorgung zusammenzubrechen.
Die Dringlichkeit des Problems wurde deutlich, als eine nahegelegene Apheke unerwartet schloss und Anwohner plötzlich ohne einfachen Zugang zu lebenswichtigen Leistungen dastanden. Nejatian machte klar, dass solche Schließungen zeigen, wie fragil das System durch jahrelange politische Vernachlässigung geworden ist.
Während des Treffens schlug er vor, Apotheken in neue Medizinische Versorgungszentren (MVZ) zu integrieren, um ihre Rolle in der Gemeinschaft zu sichern. Landrat Klaus Peter Schellhaas hat ähnliche Initiativen bereits unterstützt und half dabei, zwei MVZ in der Region aufzubauen. Christel Sprößler, SPD-Kandidatin und Anwärterin auf Schellhaas’ Nachfolge, versprach, diesen Kurs im Falle ihrer Wahl fortzuführen.
Sprößler, die für Sozial- und Jugendfragen zuständig ist, stimmte zu, dass die Aufrechterhaltung der lokalen Gesundheitsversorgung oberste Priorität haben müsse. Beide Politiker räumten Handlungsbedarf ein, konkretisierten jedoch keine Sofortmaßnahmen.
Die Diskussionen in Erzhausen unterstreichen den Druck, unter dem lokale Apotheken und das Gesundheitssystem insgesamt stehen. Da Schließungen bereits jetzt Auswirkungen auf die Bevölkerung haben, werden die Forderungen nach stärkerer politischer Unterstützung immer lauter. Künftige Entscheidungen über Medizinische Versorgungszentren und die Einbindung von Apotheken werden darüber entscheiden, ob sich der Zugang zu essenziellen Leistungen verbessert – oder weiter verschlechtert.






