29 June 2026, 04:18

"Aschura-Marsch" in Berlin: Warum Kinder bei einer Entführungs-Nachstellung mitlaufen mussten

Scharfe Kritik nach Schiademo mit Kindern in Berlin

"Aschura-Marsch" in Berlin: Warum Kinder bei einer Entführungs-Nachstellung mitlaufen mussten

Eine Demonstration in Berlin anlässlich eines schiitischen religiösen Festes hat für Kontroversen gesorgt, nachdem Kinder bei der Nachstellung einer historischen Entführung eingesetzt wurden. Die unter dem Titel „Aschura-Marsch“ abgehaltene Veranstaltung zog etwa 600 Teilnehmer an und sollte die Solidarität mit unterdrückten Menschen weltweit zum Ausdruck bringen.

Die Kundgebung fand bei extremer Hitze statt, mit Temperaturen von bis zu 40°C. Mehrere Teilnehmer mussten wegen hitzebedingter Beschwerden medizinisch versorgt werden. Dennoch blieb die Veranstaltung weitgehend friedlich.

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Während des Marsches wurden Kinder aneinandergebunden und mussten einem in Gelb gekleideten Mann folgen – als Teil der Inszenierung. Veranstalter und Dolmetscher bestätigten, dass weder in den Sprechchören, Reden, Transparenten noch auf Fahnen strafrechtlich relevante Inhalte zu finden waren. Auch Symbole des IS wurden nicht gezeigt.

Der für die Veranstaltung zuständige Beamte untersagte die Darstellung umgehend nach einem Gespräch mit den Organisatoren. Der Anführer der Kundgebung brach die theatralische Szene daraufhin ab. Berlins Innensenatorin Iris Spranger verurteilte später den Einsatz der Kinder als „Gefährdung des Kindeswohls“ und „inakzeptabel für die Vermittlung politischer Botschaften“.

Die Demonstration wurde nach dem Stopp der Nachstellung ohne weitere Zwischenfälle fortgesetzt. Kritik entzündete sich vor allem an der Einbindung der Kinder in die Inszenierung. Behörden betonten erneut, dass solche Handlungen nach den Standards des Kinderschutzes nicht zulässig seien.

Quelle