Baden-Württemberg feiert 70 Jahre NATO-Mitgliedschaft in unsicheren Zeiten
Antonio SchleichBaden-Württemberg feiert 70 Jahre NATO-Mitgliedschaft in unsicheren Zeiten
Am Dienstag, dem 30. September 2025, richtete die Landesregierung von Baden-Württemberg ihren jährlichen Empfang für die Streitkräfte im Neuen Schloss in Stuttgart aus. Die Veranstaltung stand im Zeichen des 70. Jahrestags des deutschen NATO-Beitritts und fand zu einer Zeit erhöhter Spannungen an der östlichen NATO-Grenze statt. Rund 200 Gäste aus Militär, Politik, Wirtschaft und Verwaltung nahmen an der Zusammenkunft teil.
Stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl begrüßte die Anwesenden mit einer Rede, in der er die Bedeutung der militärischen Zusammenarbeit für Sicherheit und Freiheit betonte. Er verwies auf die anhaltenden Bedrohungen durch Russland und jüngste Provokationen an der östlichen Flanke der NATO als zentrale Herausforderungen. Strobl dankte zudem den deutschen Streitkräften und den verbündeten Truppen für ihren Einsatz und hob die enge Verbindung der Bundeswehr zur Gesellschaft Baden-Württembergs hervor.
Während des Empfangs spielte das Landespolizeiorchester Baden-Württemberg zu Ehren der Gäste eine Serenade. Strobl nutzte die Gelegenheit, um die Führungsrolle der Landespolizei im Bereich der Drohnenabwehr als vorbildlich für ganz Deutschland zu würdigen. Er forderte eine bundesweite Initiative zur Verbesserung des Drohnenschutzes, an der Bundes- und Landesbehörden, Polizeikräfte sowie das Militär beteiligt sein sollten.
Die Äußerungen des Ministers spiegelten die jüngsten Fortschritte bei den Drohnenabwehrfähigkeiten der Bundeswehr wider. Seit 2020 hat Deutschland seine Systeme ausgebaut, darunter das Rheinmetall-Skynex-System (seit 2024 mit 35-mm-Kanonen und Drohnenerkennungsradar im Einsatz) sowie die 2023 eingeführten Counter-UAS-Pakete. Eine Ausschreibung für das Multi-UAS-System im Jahr 2025 zielt darauf ab, Schutz auf Zug-Ebene zu gewährleisten. Kooperationen mit der Polizei, wie das gemeinsame Manöver Drohnenabwehr 2024 und die gemeinsame Nutzung des TRML-4D-Radars im Rahmen des Konzepts Offensive Drohnenabwehr, haben die integrierte Verteidigung weiter gestärkt.
Der Empfang unterstrich das Engagement Baden-Württembergs für militärische Zusammenarbeit und Drohnenabwehr. Strobls Appell für einen einheitlichen nationalen Ansatz verdeutlicht den wachsenden Bedarf an abgestimmten Sicherheitsmaßnahmen. Die Veranstaltung betonte zudem die Rolle des Landes bei der Unterstützung der NATO-Mission angesichts der aktuellen geopolitischen Herausforderungen.






