04 April 2026, 08:19

Baden-Württemberg kämpft mit Rekordzahlen bei politischen Hassverbrechen

Mauer mit Graffiti, das in fetten schwarzen Buchstaben "Freiheit und Demokratie" lautet, einem Geländer unten und einem Gebäude mit Fenstern im Hintergrund.

Baden-Württemberg kämpft mit Rekordzahlen bei politischen Hassverbrechen

Baden-Württemberg verzeichnet starken Anstieg politisch motivierter Straftaten

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

In Baden-Württemberg hat sich die Zahl politisch motivierter Straftaten in den vergangenen Jahren drastisch erhöht. 2021 und 2022 wurden mit 4.965 bzw. 6.205 Fällen Rekordwerte erreicht – die höchsten Zahlen seit Beginn der Statistik im Jahr 2001. Als Reaktion darauf hat das Land eine Reihe von Initiativen gestartet, um Hassrede und Hetze sowohl im Netz als auch im öffentlichen Raum entgegenzutreten.

Dazu wurde der Kabinettsausschuss "Entschlossen gegen Hass und Hetze" ins Leben gerufen, um das wachsende Problem zu bekämpfen. Bis zur Halbzeit der Legislaturperiode hatte das Gremium 30 Arbeitspakete auf den Weg gebracht, von denen 14 bereits abgeschlossen sind. Dazu zählen erweiterte Polizeischulungen zu Hasskriminalität sowie Aufklärungskampagnen für die Öffentlichkeit.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf digitaler Gewalt, insbesondere gegen Politikerinnen. Im November 2023 richteten Baden-Württemberg und der Kanton Aargau gemeinsam die siebte Demokratiekonferenz aus, auf der das Sozialministerium eine Studie zu digitalem Hass gegen kommunale Mandatsträgerinnen in Auftrag gab. Zudem schuf der Ausschuss "Toleranz im Netz", eine zentrale Anlaufstelle für die Meldung und Unterstützung von Opfern digitaler Belästigung.

Das Thema hat bundesweit an Bedeutung gewonnen. Bis April 2026 hatten zwölf der 16 Bundesländer ähnliche Gremien eingerichtet. Die Maßnahmen variieren je nach Region: Bayern führte ein eigenes "Hasskriminalitätsportal" für die Meldung von Hass im Netz ein, Berlin verpflichtete Beamte zu NetzDG-Schulungen, und Nordrhein-Westfalen bildete ressortübergreifende Taskforces mit NGOs. Hessen startete die Kampagne "Kein Platz für Hass", um das Bewusstsein für das Problem zu schärfen.

Obwohl die Fallzahlen in den ersten drei Quartalen 2023 leicht zurückgingen, rechnen die Behörden mit Veränderungen nach den Terroranschlägen vom 7. Oktober 2023 gegen Israel. Das Landeskriminalamt (LKA) veröffentlichte zudem den Podcast "Inside LKA", um die Medienkompetenz zu stärken. Ein ressortübergreifender digitaler Aktionsplan gegen Hasskriminalität soll in Kürze vorgestellt werden; weitere Beratungen sind für das Frühjahr geplant.

Die Arbeit des Ausschusses hat zu verbesserten Meldesystemen, Schulungen und einer stärkeren öffentlichen Einbindung geführt. Da immer mehr Bundesländer ähnliche Strategien übernehmen, wird die Bekämpfung von Hasskriminalität zunehmend koordinierter. Die nächsten Schritte umfassen die Umsetzung des digitalen Aktionsplans sowie die Bewertung der langfristigen Auswirkungen aktueller Sicherheitsentwicklungen.

Quelle