02 February 2026, 04:20

Baden-Württemberg reformiert Künstlerförderung mit 45 Millionen Euro jährlich

Ein Plakat, das die Gesellschaft der Kunst von Alphonse Mucha ankündigt, zeigt eine farbenfrohe Illustration von drei einzigartig gestalteten Personen auf einem hellgelben Hintergrund mit fetter schwarzer Schrift, die "Gesellschaft der Kunst" lautet.

Baden-Württemberg reformiert Künstlerförderung mit 45 Millionen Euro jährlich

Baden-Württemberg hat nach einer umfassenden Evaluation sein Fördersystem für freischaffende Darstellende Künstler grundlegend reformiert. Das neue Drei-Säulen-Modell, das 2023 eingeführt wurde, soll mehr finanzielle Sicherheit und künstlerische Freiheit bieten. Künstlerinnen, Künstler und Verantwortliche begrüßen die Änderungen als wichtigen Schritt hin zu mehr Stabilität in der Branche.

Die Reform folgt einer Bestandsaufnahme des Landesverbandes Freies Theater und Tanz Baden-Württemberg (LaFT BW) und des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Die Ergebnisse zeigten, dass 94 Prozent der befragten Künstler stark auf staatliche Förderung angewiesen sind, um ihre Arbeit aufrechterhalten zu können.

Im alten System lag die jährliche Projektförderung im Schnitt zwischen 15.000 und 20.000 Euro, wobei zwischen 2020 und 2022 jährlich rund 150 Projekte unterstützt wurden. Seit 2023 sieht das neue Modell eine erhöhte Förderung von 25.000 bis 35.000 Euro pro Projekt vor. Für die Jahre 2024 und 2025 erhalten über 250 Projekte Mittel – bei einem gestiegenen Gesamtbudget von 30 Millionen auf nun 45 Millionen Euro jährlich.

Die überarbeitete Struktur umfasst drei zentrale Elemente: mehrjährige Förderungen, offene Stipendien für Einzelkünstler sowie breiter angelegte Zuschüsse. Ab 2025 werden zusätzlich 1,5 Millionen Euro speziell für unabhängige Kunstprojekte bereitgestellt, was jährlich etwa 160 Initiativen ermöglicht.

Der LaFT BW, der sich für freischaffende Tanz- und Theaterschaffende einsetzt, erhält vom Ministerium institutionelle Förderung. Die Evaluation empfiehlt, die erfolgreichen Aspekte des neuen Modells beizubehalten und gleichzeitig bürokratische Hürden abzubauen, um eine langfristige Unterstützung der Kunstszene zu gewährleisten.

Die Änderungen unterstreichen das verstärkte Engagement Baden-Württembergs für die freie Kunst- und Kulturszene. Mit höheren Budgets, mehr geförderten Projekten und einer transparenteren Förderstruktur bietet die Reform Künstlerinnen und Künstlern mehr Planungssicherheit. Offizielle Stimmen betonen: "Kunst braucht Verlässlichkeit – und die hat sie jetzt."