Baden-Württemberg stärkt Grundbildung mit acht neuen Zentren gegen Analphabetismus
Antonio SchleichBaden-Württemberg stärkt Grundbildung mit acht neuen Zentren gegen Analphabetismus
Baden-Württemberg hat acht neue Zentren für Grundbildung für die Förderperiode 2025–2027 benannt. Kultusministerin Theresa Schopper stellte die sogenannten Grundbildungszentren (GBZ) vor, die sich gezielt gegen die weit verbreitete Lese- und Schreibschwäche bei Erwachsenen richten. Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Zukunft der Bundes- und EU-Förderung für diese Programme nach 2027 ungewiss ist.
In Deutschland hat etwa jeder fünfte Erwachsene Schwierigkeiten mit grundlegenden Lese- und Schreibfähigkeiten. Fast die Hälfte der Betroffenen hat einen Migrationshintergrund. Zwar leisten Integrationskurse wichtige Unterstützung, doch reichen sie oft nicht aus, um grundlegende Kompetenzen nachhaltig zu verbessern.
Die GBZ bieten niedrigschwellige Bildungsangebote – von Alphabetisierung und Grundrechnen über Sprachkurse bis hin zu Berufscoaching. Ziel ist es, individuelle Chancen zu erhöhen und gleichzeitig den Fachkräftenachwuchs zu stärken. Ohne eine Fortführung der Bundesförderung müsste das Land jedoch mindestens 6,1 Millionen Euro jährlich aufbringen, um die Programme aufrechtzuerhalten.
Schoppers Ankündigung unterstreicht die Bedeutung zielgruppengerechter Ansprache. Die Zentren setzen auf flexible und motivierende Ansätze, um Erwachsene zu erreichen, die sonst oft durchs Raster fallen würden.
Die acht Grundbildungszentren werden bis 2027 mit den aktuellen Mitteln betrieben. Falls die Bundes- und EU-Zuschüsse auslaufen, muss das Land entscheiden, ob es die Einrichtungen in Eigenregie weiterführt. Eine Schließung würde viele Erwachsene ohne Zugang zu essenzieller Grundbildung und Berufsförderung zurücklassen.