Baden-Württemberg und Schweiz vertiefen grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Forschung und Verkehr
Antonio SchleichBaden-Württemberg und Schweiz vertiefen grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Forschung und Verkehr
Baden-Württemberg hat seine Partnerschaftsstrategie mit der Schweiz aktualisiert, um die Zusammenarbeit in Handel, Forschung und nachhaltiger Entwicklung zu vertiefen. Der Ministerrat billigte den überarbeiteten Plan am 8. Juli 2025 und legte darin neue Schwerpunkte für die grenzüberschreitende Kooperation fest. Ministerpräsident Winfried Kretschmann betonte die gemeinsame alemannische Kultur und die europäischen Werte, die die Beziehung zwischen beiden Regionen prägen.
Die überarbeitete Schweiz-Strategie schafft einen politischen Rahmen, um die wirtschaftlichen, arbeitsmarktbezogenen und lebensraumorientierten Verbindungen zwischen den beiden Gebieten auszubauen. Ein zentrales Verkehrsprojekt ist die vollständige Elektrifizierung der Hochrheinbahn bis 2027, die eine durchgehende Expressverbindung von Basel nach St. Gallen ermöglichen soll. Diese Modernisierung zielt darauf ab, nachhaltige Mobilität zu fördern und die Anbindung entlang der Grenze zu stärken.
Wirtschaftliche und wissenschaftliche Zusammenarbeit bleiben von zentraler Bedeutung. Baden-Württemberg und die Schweiz treiben gemeinsam die Wasserstoffwirtschaft am Hochrhein voran, darunter den Bau einer neuen Pipeline. Die Region Freiburg/Basel soll zu einem bedeutenden Wasserstoffknotenpunkt werden. Staatssekretär Florian Haßler hob zudem die Brückenfunktion der Region zwischen der Schweiz und der EU hervor, insbesondere in Forschungsprogrammen wie Horizont Europa.
Innovationen werden durch gemeinsame Projekte in den Bereichen künstliche Intelligenz und grenzüberschreitende Industriecluster weiter vorangetrieben. Erfolgreiche Initiativen wie das Gemeinsame Forschungszentrum für KI (2020 mit der ETH Zürich gegründet), der Bodensee-Cluster für nachhaltige Mobilität (seit 2019) und das Programm BW-CH Science Link (mit 10 Millionen Euro Förderung für Quanten- und Lebenswissenschaften) zeigen bereits Wirkung. Darüber hinaus nehmen jährlich über 500 junge Menschen an einem 2018 gestarteten dualen Berufsausbildungsprogramm teil.
Die Strategie stärkt auch die demokratischen Bindungen. Neue grenzüberschreitende Beteiligungsformate sollen den bürgerlichen Dialog fördern und die Schweiz als wichtigen Partner gemeinsamer Werte einbinden.
Die aktualisierte Strategie baut auf jahrelanger Zusammenarbeit auf, wobei konkrete Projekte bereits umgesetzt werden. Verbesserte Verkehrsverbindungen, Wasserstoffinfrastruktur und gemeinsame Forschungsvorhaben werden die künftige Kooperation prägen. Baden-Württemberg und die Schweiz streben an, ihre wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Beziehungen in den kommenden Jahren weiter zu festigen.






