03 February 2026, 04:33

Baden-Württemberg verschärft Jagd auf Wölfe – Naturschützer protestieren heftig

Eine Gruppe von Bibern in einem bewaldeten Gebiet umgeben von Bäumen, Gras und Wasser mit Text am unteren Bildrand.

Forscher bestätigen: Weniger Jagen kann mehr schützen - Baden-Württemberg verschärft Jagd auf Wölfe – Naturschützer protestieren heftig

Baden-Württemberg verschärft Jagdregeln für Wölfe, Biber und Rabenvögel

Baden-Württemberg hat mit neuen Jagdvorschriften Maßnahmen ergriffen, um die wachsenden Bestände von Wölfen, Bibern und Rabenvögeln zu kontrollieren. Ende Dezember nahm der Landwirtschaftsminister des Landes Wölfe per Erlass in die Liste der jagdbaren Tiere auf. Nur wenige Wochen später lockerte die Grün-Schwarze Koalition die Bestimmungen zur Biberbejagung – eine Entscheidung, die die Debatte über den richtigen Umgang mit Wildtieren weiter anheizt.

Die jüngsten Änderungen folgen auf einen deutlichen Anstieg der Wolfspopulation in der Region. Noch vor fünf Jahren gab es in Baden-Württemberg kaum ansässige Rudel, doch bis 2025/2026 streifen nun etwa drei bis vier Rudel an den östlichen Grenzen zu Bayern und im Schwarzwald umher. Aus vereinzelten Sichtungen sind mittlerweile feste Reviere geworden.

Der Erlass des Landwirtschaftsministers im Dezember erlaubt nun die Bejagung von Wölfen – ein Schritt, der von Naturschützern scharf kritisiert wird. Die Umweltorganisation NABU bezeichnete die Maßnahme als rechtswidrig und populistisch und warnte, dass die Entnahme von Tieren die Rudelstrukturen destabilisieren und zu mehr Angriffen auf Nutztiere führen könnte. Bisher haben sich Zäune und Herdenschutzhunde als wirksame Präventionsmaßnahmen erwiesen.

Mitte Januar ging die Koalition noch einen Schritt weiter und lockerte die Regeln für die Biberjagd. Die CDU setzte sich dafür ein, Biber und Saatkrähen in das Jagdrecht aufzunehmen, mit der Begründung, dass sich die Bestände nach Bejagungen schnell erholen. Die Grünen lehnten den Vorstoß jedoch ab und plädierten stattdessen für gezielte Maßnahmen wie Lenkungssysteme oder Schutzverordnungen. Biber leisten einen wichtigen Beitrag zur Renaturierung von Flüssen und Feuchtgebieten, während Wölfe durch die Regulierung von Reh- und Hirschbeständen klimastabile Wälder fördern.

Die neuen Regelungen spiegeln den Konflikt zwischen Artenschutz und landwirtschaftlichen Interessen wider. Zwar mögen Bejagungen kurzfristige Lösungen bieten, doch warnen Experten vor unbeabsichtigten Folgen wie vermehrter Nutztierriss oder ökologischen Störungen. Die Diskussion darüber, ob gezieltes Wildtiermanagement oder Jagd der bessere langfristige Ansatz ist, bleibt weiterhin kontrovers.