17 December 2025, 12:47

Baden-Württembergs Automobilindustrie kämpft um ihre Zukunft und warnt vor Jobverlusten

Eine Straße mit Fahrzeugen und Text auf einer Präsentationsfolie.

Baden-Württembergs Automobilindustrie kämpft um ihre Zukunft und warnt vor Jobverlusten

Autobranche in der Krise: Baden-Württembergs Automobilindustrie bremst aus

Teaser: Stellenabbau bei großen Zulieferern, wachsende Jobunsicherheit und ein schwacher Neuwagenmarkt: Die Automobilindustrie in Baden-Württemberg warnt vor den Folgen der Zuliefererkrise für Handel, Werkstätten und Kunden – und fordert einen Kurswechsel in der Politik.

16. Dezember 2025, 06:43 Uhr

Die Automobilindustrie in Baden-Württemberg steht unter massivem Druck: Führende Zulieferer kündigen Entlassungen in großem Stil an, was bei Händlern, Werkstätten und Kunden für Verunsicherung sorgt. Der Landesverband des Kraftfahrzeuggewerbes fordert nun dringend politische Weichenstellungen, um die Branche zu stabilisieren.

Die Stellenstreichungen bei Schlüsselzulieferern treffen die Region hart. Bosch plant bundesweit den Abbau von 22.000 Arbeitsplätzen, allein am Standort Feuerbach fallen 4.000 Jobs weg. Auch Porsche und Daimler (Mercedes-Benz) reduzieren aufgrund sinkender Gewinne ihre Belegschaften – mit weiteren negativen Auswirkungen auf die gesamte Lieferkette. Die Folgen sind bereits am Stuttgarter Immobilienmarkt spürbar: Die Preise sanken von knapp 6.000 auf 5.800 Euro pro Quadratmeter, da immer mehr Wohnungen zum Verkauf stehen.

Die Neuzulassungen von Pkw in Baden-Württemberg gingen in den ersten elf Monaten des Jahres 2025 um 1,1 Prozent zurück und lagen damit unter dem Bundestrend. Die Verbraucherstimmung bleibt gedrückt – der GfK-Index steht bei minus 23,2 Punkten, was größere Anschaffungen bremst. Der Verband warnt: Ohne Gegenmaßnahmen werde sich die Krise verschärfen und die rund 470.000 Menschen treffen, die direkt oder indirekt in der Branche beschäftigt sind.

Um die Talfahrt zu stoppen, drängt der Landesverband auf bessere Rahmenbedingungen: geringere Ladekosten, mehr Schnellladestationen und weniger Bürokratie, um die Elektromobilität voranzubringen. Gleichzeitig werden Fachkräfte weiterqualifiziert, Ladeinfrastrukturen ausgebaut und Käufer beraten, um den Wandel zu erleichtern. Ein politischer Kurswechsel sei jedoch unverzichtbar, um das Vertrauen in die Zukunft der Branche wiederherzustellen, so der Verband.

Die Automobilkrise in Baden-Württemberg zeigt keine Anzeichen einer Entspannung. Stellenabbau und schwache Nachfrage belasten die gesamte Wirtschaft. Die Vorschläge des Verbands zielen darauf ab, den Sektor durch verbesserte Infrastruktur und sinkende Kosten zu stabilisieren. Ohne gezielte Maßnahmen drohen in den kommenden Jahren weitere Rückgänge bei Investitionen und Kaufkraft.