Behandlungsfehler in Deutschland: TK meldet 14 Prozent mehr Verdachtsfälle im Jahr 2025
Antonio SchleichBehandlungsfehler in Deutschland: TK meldet 14 Prozent mehr Verdachtsfälle im Jahr 2025
Deutschlands größte gesetzliche Krankenkasse, die Techniker Krankenkasse (TK), verzeichnet einen deutlichen Anstieg an Verdachtsfällen auf Behandlungsfehler. Im Jahr 2025 registrierte das Unternehmen 7.540 Vorfälle – ein Plus von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahlen lösten Forderungen nach mehr Transparenz bei der Bearbeitung solcher Fälle aus.
Die aktuellen Daten zeigen, dass drei medizinische Fachbereiche mehr als die Hälfte aller gemeldeten Verdachtsfälle ausmachten. Mit 29 Prozent führten chirurgische Eingriffe die Statistik an, gefolgt von Zahnmedizin und Kieferorthopädie mit 17 Prozent. Gynäkologie und Geburtshilfe machten 11 Prozent der Fälle aus.
TK-Experte für Behandlungsfehler, Jonas Petersen, wies auf ein zentrales Problem hin: Die Kasse dürfe betroffene Patienten nicht von selbst auf mögliche Fehler aufmerksam machen. Bisher müssen Versicherte selbst Beschwerde einreichen, bevor Ermittlungen eingeleitet werden.
Dazu forderte TK-Chef Jens Baas das Gesundheitssystem auf, eine offenere Fehlerkultur zu entwickeln. Er schlug ein zentrales Meldesystem vor, um die Erfassung und Bearbeitung von Behandlungsfehlervorwürfen zu vereinfachen. Bei den bestätigten Fällen führte etwa jeder dritte zu disziplinarischen oder juristischen Konsequenzen.
Die Zahlen für 2025 markieren einen spürbaren Anstieg der gemeldeten Verdachtsfälle, wobei Chirurgie, Zahnmedizin und Geburtshilfe den Großteil ausmachen. Mit dem Vorstoß für ein zentrales System will die TK die Nachverfolgung und Lösung der Fälle verbessern. Bis dahin bleibt es jedoch bei der Regelung, dass Patienten selbst aktiv werden müssen, bevor gehandelt wird.






