Bergkirchweih in Erlangen verbietet Partyhits – und spaltet die Meinungen
Nadeschda HolzapfelBergkirchweih in Erlangen verbietet Partyhits – und spaltet die Meinungen
Erlangens Bergkirchweih-Fest steht in der Kritik: Klassische Partyhits werden verboten
Das jährliche Bergkirchweih-Volksfest in Erlangen sorgt für Schlagzeilen, nachdem die Stadtverwaltung eine Liste klassischer Partyhits verboten hat. Der Schritt folgt einer Beschwerde einer Frau, die berichtete, im vergangenen Jahr „begrapscht“ worden zu sein und sich durch die gespielte Musik unwohl gefühlt zu haben. Fast eine Million Besucher werden in diesem Jahr erwartet, doch die neuen Regeln haben eine Debatte ausgelöst.
Die Entscheidung fiel, nachdem die Gleichstellungsbeauftragten der Grünen, Reka Lörincz und Nora Hahn-Hobeck, als „problematisch“ eingestufte Lieder überprüft hatten. Titel wie Skandal im Sperrbezirk sowie Stücke von Künstlern wie Mickie Krause und Peter Wackel landeten auf einer Liste „sexistischer“ Musik. Der Stadtrat hatte bereits 2021 Position bezogen und mit den Stimmen von CSU, Linken und SPD einen Beschluss gefasst, der Lieder mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ verurteilte.
Wirtshausbesitzer zeigen sich skeptisch und zweifeln daran, ob die Liste das Verhalten der Gäste ändern wird. Gleichzeitig sollen einige Künstler zögern, in Deutschland aufzutreten – angesichts der strengeren Richtlinien. Das Fest, eines der größten der Region, steht nun vor der Herausforderung, Tradition mit dem Streben nach einem sicheren und inklusiveren Umfeld in Einklang zu bringen.
Das Verbot spiegelt wachsende Bedenken hinsichtlich Belästigung und anstößiger Songtexte bei öffentlichen Veranstaltungen wider. Während die Veranstalter ein respektvolleres Klima schaffen wollen, bleibt abzuwarten, wie sich die neuen Regeln auf Künstler und Besucher auswirken. Das Fest findet in diesem Jahr unter den geänderten Vorgaben statt – mit fast einer Million erwarteten Gästen.






