18 April 2026, 10:17

Berlin führt umstrittene Ausbildungsabgabe ein – Gründer protestieren gegen neue Pflichten

Logo der Berliner Finanzinitiative mit einem blauen Kreis mit weißer Umrandung und einem weißen "B" in der Mitte, umgeben von einem weißen Ring mit blau-weißem Karomuster, alles auf einem weißen Hintergrund mit der schwarzen Schrift "Berliner Finanzinitiative".

Berlin führt umstrittene Ausbildungsabgabe ein – Gründer protestieren gegen neue Pflichten

Das Abgeordnetenhaus von Berlin hat eine umstrittene neue Regelung verabschiedet: die Ausbildungsabgabe. Demnach müssen Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten eine Gebühr zahlen, wenn sie nicht genug Ausbildungsplätze anbieten. Zahlreiche Gründer haben sich bereits kritisch zu der Entscheidung geäußert.

Ziel der Abgabe ist es, Betriebe dazu zu bewegen, bis 2028 die bundesweite Ausbildungsquote von 4,6 Prozent zu erreichen. Wer dies verfehlt, muss stattdessen finanzielle Strafen zahlen. Unternehmen, deren Ausbildungsquote zu niedrig liegt, werden in einen zentralen Fonds einzahlen müssen. Die Behörden schätzen, dass dadurch jährlich rund 75 Millionen Euro eingenommen werden. Kritiker hingegen werfen der Maßnahme vor, die eigentlichen Probleme auf dem Berliner Arbeitsmarkt zu verfehlen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Marius Meiners, Gründer von Peec AI, bezeichnete die Regelung für sein Unternehmen als undurchführbar. Er räumte ein, dass sein Team schlicht nicht die Kapazitäten habe, Auszubildende zu betreuen – und lieber die Strafe zahlen würde. Moritz Kreppel von Urban Sports Club ging noch weiter und warf Berlin vor, das zu bestrafen, was es nicht versteht. Ralph Hage, Inhaber von Lap Coffee, nannte die Abgabe ein falsches Signal an wachsende Unternehmen in der Stadt.

Agnieszka Walorska, Gründerin von Mika, verwies auf ein anderes Problem: Junge Menschen in Berlin hätten schlicht kein Interesse an klassischen dualen Ausbildungen, so ihre Argumentation. Die Abgabe gehe an der fehlenden Nachfrage vorbei und löse das Problem nicht.

Die Ausbildungsabgabe tritt 2028 in Kraft und gibt Unternehmen damit mehrere Jahre Zeit, sich anzupassen. Betriebe, die die Ausbildungsziele nicht erfüllen, werden stattdessen in einen gemeinsamen Topf einzahlen. Unterdessen bleibt unter Gründern umstritten, ob die Regelung Berlins Fachkräftemangel behebt – oder lediglich eine weitere Belastung für Arbeitgeber darstellt.

Quelle