Bildungspaket in Baden-Württemberg: Nur jedes sechste Kind erhält die Förderung
Antonio SchleichBildungspaket in Baden-Württemberg: Nur jedes sechste Kind erhält die Förderung
Nur jedes sechste berechtigte Kind in Baden-Württemberg profitiert vom Bildungs- und Teilhabepaket
Neuen Zahlen zufolge kommt das Bildungs- und Teilhabepaket in Baden-Württemberg nur bei einem Bruchteil der anspruchsberechtigten Kinder an. Lediglich jedes sechste Kind im Land erhält die Förderung tatsächlich. Kritiker bemängeln, dass bürokratische Hürden den Zugang zu wichtigen Angeboten wie Sport oder Musikunterricht versperren.
Die Inanspruchnahme des Programms variiert dabei stark innerhalb der Region. In Freiburg erhalten 44,2 Prozent der Kinder die Leistungen, während es im Landkreis Emmendingen nur 11,7 Prozent sind. Im Breisgau-Hochschwarzwald liegt die Quote bei 15,1 Prozent, in Lörrach bei 12,0 Prozent.
Eine positive Ausnahme bildet der Rems-Murr-Kreis mit einer besonders hohen Inanspruchnahme von 84,1 Prozent. Bundesweit sieht die Bilanz jedoch düster aus: 83,6 Prozent der berechtigten Kinder gehen komplett leer aus.
Die Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg bezeichnet das System als übermäßig bürokratisch. Komplizierte Antragsverfahren würden Kinder von Sportvereinen, Musikschulen und anderen Freizeitangeboten ausschließen, warnt der Verband. Er fordert nun, die Leistungen pauschal als Direktzahlung an Familien auszuzahlen.
Die Forderungen unterstreichen die anhaltende Sorge um ungleiche Teilhabechancen. Angesichts der großen regionalen Unterschiede verpassen noch immer viele Kinder grundlegende Fördermöglichkeiten. Die Initiative für einfachere, direkte Zahlungen soll sicherstellen, dass alle anspruchsberechtigten Familien die Unterstützung auch tatsächlich erhalten.