08 February 2026, 10:42

Christian Streich erhält Memminger Freiheitspreis für sein Lebenswerk gegen Hass

Ein Mann steht auf einem Fußballfeld mit verschränkten Armen, trägt eine schwarze Jacke und Hose und hat im Hintergrund einen Zaun, Treppe und eine Wand.

Christian Streich erhält Memminger Freiheitspreis für sein Lebenswerk gegen Hass

Christian Streich, der langjährige Trainer des SC Freiburg, ist mit dem Memminger Freiheitspreis ausgezeichnet worden. Die mit 15.000 Euro dotierte Ehrung würdigt sein jahrzehntelanges Engagement gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung. Die Verleihung fand am Freitag statt und bildete den Abschluss der Feierlichkeiten zum 500-jährigen Jubiläum der Zwölf Artikel von 1525.

Geboren 1965 in Weil am Rhein, verband Streich sein ganzes Leben mit dem Fußball. Als Spieler war er für den FC Homburg, die Stuttgarter Kickers und den SC Freiburg aktiv. Seine Verbindung zu Freiburg vertiefte sich 1995, als er ins Trainergeschäft wechselte – zunächst in der Jugendabteilung, später als Chefcoach der Profimannschaft.

Über 30 Jahre hinweg machte er sich nicht nur durch seine taktische Arbeit einen Namen, sondern auch durch sein kompromissloses Eintreten gegen Hass. Wiederholt positionierte er sich öffentlich gegen Antisemitismus, Rassismus, Homophobie und Sexismus und betonte stets, dass die Menschenwürde unantastbar sei. Die Jury hob seine konsequente Haltung zu diesen Werten besonders hervor.

Der Memminger Freiheitspreis, der seit 2005 in unregelmäßigen Abständen verliehen wird, ehrt Persönlichkeiten, die den Geist der Zwölf Artikel verkörpern – eines zentralen Dokuments des Bauernkriegs im 16. Jahrhundert. Die diesjährige Auszeichnung fällt mit dem Ende des Gedenkjahres zu diesem historischen Text zusammen.

Streich verließ den SC Freiburg am Ende der Saison 2023/24. Im Sommer 2024 wird er sich endgültig aus dem aktiven Fußball zurückziehen – auf eigenen Wunsch und zu seinen Bedingungen.

Der mit 15.000 Euro verbundene Preis würdigt Streichs lebenslangen Einsatz für Gleichberechtigung und Gerechtigkeit. Zwar endet mit seiner Trainerkarriere ein bedeutender Abschnitt, doch sein Kampf gegen Diskriminierung bleibt ein zentrales Vermächtnis. Gleichzeitig schließt die Auszeichnung ein Jahr voller Veranstaltungen zum 500. Jubiläum der Zwölf Artikel ab.