Daimler Truck streicht 5.000 Jobs bis 2030 – doch Elektro-Lkw bleiben Priorität
Antonio SchleichDaimler Truck streicht 5.000 Jobs bis 2030 – doch Elektro-Lkw bleiben Priorität
Daimler Truck hat Pläne bekannt gegeben, bis 2030 rund 5.000 Arbeitsplätze in Deutschland abzubauen. Die Maßnahme ist Teil einer umfassenden Effizienzoffensive mit dem Namen Cost Down Europe, die Einsparungen von über einer Milliarde Euro zum Ziel hat. Die meisten Stellenstreichungen sollen durch natürliche Fluktuation, Vorruhestand und freiwillige Aufhebungsverträge erfolgen – nicht durch betriebsbedingte Kündigungen.
Das Unternehmen bestätigte zudem, an seiner Dividendenpolitik festzuhalten: Die Ausschüttungen sollen weiterhin zwischen 40 und 60 Prozent des Nettogewinns liegen. Ab der zweiten Jahreshälfte 2025 ist zudem ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu zwei Milliarden Euro geplant.
Aktuell beschäftigt Daimler Truck in Deutschland etwa 35.500 Mitarbeiter, davon knapp 28.000 in der Sparte Mercedes-Benz Lkw. Laut Unternehmensangaben werden die Stellenabbaupläne bis mindestens Ende 2034 nicht zu betrieblichen Überkapazitäten führen.
Ein zentraler Schwerpunkt bleibt die Produktion von batterieelektrischen Lkw. In Deutschland sind zwei Standorte beteiligt: Im Mercedes-Benz-Werk in Wörth am Rhein entstehen die Basisfahrzeuge für den eArocs 400 (Serienstart im dritten Quartal 2026) und den eActros 400 (seit Ende 2025 in der zweiten Generation). Die Paul Group in Vilshofen an der Donau übernimmt unterdessen die Integration der elektrischen Antriebsstränge für den eArocs 400.
Bei den finanziellen Zielen verzeichnete Daimler Truck North America 2024 eine bereinigte Umsatzrendite von 12,9 Prozent. Bis 2030 strebt das Unternehmen im Industriegeschäft eine Rendite von über 12 Prozent an. Die Pläne für wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Lkw in Europa wurden hingegen auf Anfang der 2030er-Jahre verschoben – als Begründung wird der langsame Ausbau der Wasserstoff-Tankstelleninfrastruktur genannt.
Die Effizienzmaßnahmen laufen parallel zu laufenden Investitionen in die Elektro-Lkw-Produktion. Da bis mindestens 2034 keine betriebsbedingten Kündigungen geplant sind, setzt das Unternehmen auf freiwillige Instrumente zur Verringerung der Belegschaft. Aktionäre können weiterhin mit Dividenden und einem großen Rückkaufprogramm ab dem späten Jahr 2025 rechnen.






