22 December 2025, 20:46

Deutsche Flaggen in NRW: Weidel teilt falsche Informationen ├╝ber Staatsschutzermittlungen

Eine Flagge wird gezeigt.

Deutsche Flaggen in NRW: Weidel teilt falsche Informationen ├╝ber Staatsschutzermittlungen

Deutsche Flaggen in NRW: Weidel verbreitet falsche Angaben zu Ermittlungen des Staatsschutzes

Teaser: Laut Weltwoche und einigen AfD-Politikern ermittelt der Staatsschutz in Nordrhein-Westfalen wegen deutscher Flaggen. Warum das nicht stimmt – eine Einordnung.

21. November 2025, 13:26 Uhr

Eine Online-Kampagne, die Deutsche dazu aufruft, Nationalflaggen zu zeigen, gewinnt an Fahrt – unterstützt von rechtsextremen Gruppen und Politikern. Der Aufruf entstand nach Berichten, wonach Behörden in Nordrhein-Westfalen Flaggen-Hissungen prüften. Seitdem verbreiten rechtsextreme Aktivisten und Vertreter der Alternative für Deutschland (AfD) die Aktion unter Hashtags wie #HißtDieFlagge.

Ursprünglich startete die Bewegung in Großbritannien als #RaiseTheColours, getragen von rechtsextremen Akteuren und finanziert von der extremistischen Gruppe Britain First. In Deutschland griffen schnell rechtsextreme Netzwerke den Aufruf auf, darunter die Frauenorganisation Lukreta und die Identitäre Bewegung. Parallel kursierten die Hashtags #FlaggenAktion und #HißtDieFlagge in entsprechenden Online-Kreisen.

AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel befeuerte die Kampagne mit einer Rede, in der sie Deutsche aufforderte, Nationalflaggen aufzuhängen. Ein Ausschnitt ihrer Worte erhielt auf Instagram über 100.000 Likes und verbreitete sich rasant unter dem Hashtag. Ihre Äußerungen folgten einem Bericht des Schweizer Magazins Weltwoche, das behauptete, der nordrhein-westfälische Staatsschutz prüfe Flaggen-Hissungen. Doch die Behörden stellten klar: Es gebe keine Ermittlungen allein wegen Flaggen. In Hilchenbach wurde der Staatsschutz zwar informiert, leitete aber keine Schritte ein. In Nachrodt-Wiblingwerde löste ein unabhängiger Hausfriedensbruch eine Prüfung aus – nicht das Zeigen von Flaggen. Trotzdem verbreitete das rechtsextreme Portal Deutschland-Kurier die Falschmeldung und erhielt Rückendeckung von mehreren AfD-Bundestagsabgeordneten.

Die Kampagne verknüpft rechtsextreme Netzwerke mit etablierten politischen Akteuren. Zwar gab es keine rechtlichen Konsequenzen für das Zeigen von Flaggen, doch die Bewegung wächst weiter im Netz. Ihr Aufstieg spiegelt die Bemühungen rechtsextremer Gruppen wider, Anhänger über nationale Symbole zu mobilisieren.