Deutsche Luftfahrtbranche kämpft mit Rekordkosten und Jobverlusten
Nadeschda HolzapfelDeutsche Luftfahrtbranche kämpft mit Rekordkosten und Jobverlusten
Deutschlands Luftfahrtbranche steht vor schweren Herausforderungen, da die Treibstoffkosten explodieren und die Passagierzahlen weiterhin unter dem Niveau von vor der Pandemie liegen. Rund 10.000 Arbeitsplätze sind nun gefährdet, während Fluggesellschaften und Flughäfen mit steigenden Ausgaben und nachlassender Nachfrage kämpfen.
Die Bundesregierung hat vorgeschlagen, die Luftverkehrsteuer um 16,1 Prozent zu senken, doch Kritiker halten dies für unzureichend, um die Branche zu stabilisieren. Die Krise verschärfte sich im Mai 2024, als Deutschland die Luftverkehrsteuer (LuftVSt) um 19,4 Prozent erhöhte. Dieser Schritt erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Kerosinpreise seit Dezember 2023 mehr als verdoppelt hatten und nun 20 bis 30 Prozent der Betriebskosten der Airlines ausmachen. Allein die Lufthansa rechnet in diesem Jahr mit zusätzlichen Treibstoffkosten von 1,7 Milliarden Euro.
Als Reaktion kündigte die Lufthansa an, bis Oktober 20.000 Kurzstreckenflüge zu streichen – eine Maßnahme, die 40.000 Tonnen Kerosin einsparen soll. Unterdessen stellte die traditionsreiche Fluggesellschaft Spirit Airlines nach 62 Jahren am 2. Mai 2023 den Betrieb ein.
Auch die Passagierzahlen haben sich noch nicht vollständig erholt. 2025 fertigten deutsche Flughäfen 219,8 Millionen Reisende ab – immer noch 12,4 Prozent weniger als im Rekordjahr 2019. Die für Juni geplante Nationale Luftfahrtstrategie könnte jedoch zu kurz greifen, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland wiederherzustellen.
Die politischen Reaktionen fallen unterschiedlich aus: Während die Regierung eine Senkung der Luftverkehrsteuer um 16,1 Prozent vorschlägt, fordert die AfD deren komplette Abschaffung bis zum 1. Dezember 2024.
Die deutsche Luftfahrtbranche gerät zunehmend unter Druck durch hohe Treibstoffkosten, gestrichene Flüge und rückläufige Passagierzahlen. Mit 10.000 bedrohten Arbeitsplätzen und schrumpfenden Angeboten wartet der Sektor nun auf die nächsten Schritte der Politik. Ob die geplanten Steuersenkungen und die neue Luftfahrtstrategie ausreichen, um die Branche zu stabilisieren, bleibt abzuwarten.






