Die Grünen klagen gegen Haushalt 2025: "Verfassungswidrige Umwidmung des Klimafonds"
Nadeschda HolzapfelGrüne wollen gegen den Haushalt 2025 in Karlsruhe Verfassungsbeschwerde einlegen - Die Grünen klagen gegen Haushalt 2025: "Verfassungswidrige Umwidmung des Klimafonds"
Die Grünen haben eine rechtliche Klage gegen den Bundeshaushalt 2025 eingereicht und diesen als verfassungswidrig bezeichnet. Die Partei wirft der Regierung vor, Milliarden aus einem Sonderfonds für Klimaschutz zweckentfremdet zu haben – etwa für Verteidigung, Energiesubventionen und allgemeine Haushaltsausgaben statt für die ursprünglich vorgesehenen Ziele.
Im Mittelpunkt des Streits steht ein 500-Milliarden-Euro-Fonds, der für Infrastruktur und Klimaschutz bestimmt war. Die Grünen werfen der Bundesregierung vor, bis 2026 rund 100 Milliarden Euro daraus umgewidmet zu haben.
Seit 2023 hat die Regierung etwa 100 Milliarden Euro aus dem Klimafonds in andere Bereiche umgeschichtet. Aus den Haushaltsunterlagen geht hervor, dass 60 Milliarden Euro in die Verteidigung flossen, darunter 25 Milliarden für die Modernisierung der Bundeswehr 2024 und weitere 35 Milliarden im Jahr 2025. Weitere 20 Milliarden wurden für Energiesubventionen während der Krise 2022–2024 verwendet, während 20 Milliarden Euro zur Schließung von Haushaltslücken und für Sozialprogramme genutzt wurden.
Die Grünen argumentieren, dass diese Umwidmungen gegen verfassungsrechtliche Vorgaben zur Verwendung des Fonds verstoßen. Sie haben zwei Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, um ihre Beschwerde zu untermauern, und planen, sich mit zivilgesellschaftlichen Gruppen zusammenzuschließen, um eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe einzureichen.
FDP-Chef Christian Dürr bezeichnete das Vorgehen der Grünen als "haushaltspolitische Satire". Gleichzeitig kritisierte er die Vorgehensweise von Bundeskanzler Friedrich Merz und warf der Regierung vor, durch Kreditaufnahme strukturelle Reformen zu umgehen. Das Finanzministerium hingegen betont, der Haushalt 2025 erfülle vollständig die verfassungsrechtlichen Anforderungen.
Die Beschwerde der Grünen wird nun in Karlsruhe verhandelt, wo die Richter entscheiden müssen, ob der Haushalt gegen Verfassungsrecht verstößt. Sollte die Klage erfolgreich sein, könnte dies zu Änderungen bei der Verwaltung des 500-Milliarden-Klimafonds führen.
Das Urteil könnte auch Auswirkungen auf künftige Staatsausgaben haben – insbesondere in den Bereichen Verteidigung, Energie und Soziales.