11 January 2026, 06:44

Die Grünen starten Jugendforum – mehr Mitsprache für junge Generationen

Ein Kind in einem grünen T-Shirt steht links von einem grasbewachsenen Bereich, während drei Personen rechts davon sitzen.

Grüne wollen in Zukunft von jungen Leuten beraten werden - Die Grünen starten Jugendforum – mehr Mitsprache für junge Generationen

Die Bundestagsfraktion der Grünen startet ein neues Jugendforum, um jüngeren Generationen mehr Mitsprache bei politischen Entscheidungen zu ermöglichen. Der Schritt folgt auf die enttäuschenden Ergebnisse der Partei bei der Bundestagswahl 2025, bei der sie nur zehn Prozent der Stimmen der 18- bis 24-Jährigen auf sich vereinen konnte. Die Parteiführung will nun den direkten Austausch mit jungen Menschen zu Themen, die ihre Zukunft prägen, institutionell verankern.

Das Forum soll als ständige, unabhängige Beratungsinstanz fungieren und politische Vorhaben aus der Perspektive junger Menschen bewerten und weiterentwickeln. Auf der Agenda stehen unter anderem ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder, die Wiedereinführung der Wehrpflicht, Maßnahmen für mehr Chancengleichheit sowie die Sicherung des Sozialstaats. Die Grünen betonen, dass Entscheidungen mit langfristigen Folgen nicht ohne diejenigen getroffen werden dürfen, die am längsten mit den Konsequenzen leben müssen.

Die Partei plant eine enge Zusammenarbeit mit einer breiten Palette von Jugendorganisationen – von der eigenen Jugendorganisation Grüne Jugend über lokale zivilgesellschaftliche Initiativen wie Greding ist bunt bis hin zu überregionalen prodemokratischen und antirassistischen Bewegungen. Misbah Khan, stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, argumentiert, dass eine vielfältige Repräsentation – über verschiedene soziale Hintergründe und Lebensrealitäten hinweg – entscheidend für die Glaubwürdigkeit des Forums sein werde. Dieser Ansatz orientiert sich am bestehenden Gewerkschafts- und Sozialpolitischen Rat der Partei, der bereits zu Arbeits- und Sozialthemen berät.

Auch auf Landesebene treiben die Grünen ähnliche Vorhaben voran. Cem Özdemir, der sich um das Amt des Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg bewirbt, hat angekündigt, im Falle einer Wahl einen Jugendbeirat im Staatsministerium einzurichten. Parteivertreter bewerten diesen Schritt als klares Signal an junge Wählerinnen und positionieren die Grünen als einzige Kraft, die sich konsequent den Zukunftsfragen wie Klimawandel und sozialer Ungleichheit stellt.

Das Jugendforum wird die bisherigen Gespräche zwischen den Grünen und jungen Menschen formalisieren und sicherstellen, dass Politiken, die sie betreffen, auf realen Diskussionen und nicht auf Annahmen basieren. Angesichts der Wahlergebnisse von 2025, die den Handlungsbedarf zur Rückgewinnung junger Wählerinnen und unterstrichen, hofft die Partei, mit dieser Struktur ihre Attraktivität zu steigern. Die ersten Sitzungen sollen sich mit konkreten Vorschlägen befassen – von der Regulierung digitaler Medien bis hin zu Reformen des Wehrdienstes.