09 February 2026, 15:05

Diözese Rottenburg-Stuttgart kämpft mit dramatischem Kirchensteuer-Einbruch bis 2027

Die Königin-Pfarrei-Kirche in Manila, Philippinen, mit einem Namensschild an der Wand, einem Metallzaun, einem Tor, einer Straßenlaterne, einigen Blumenpflanzen, einem Baum, einigen Drähten und einem bewölkten Himmel.

Druck auf die Kirche - Diözese kürzt erneut Mittel - Diözese Rottenburg-Stuttgart kämpft mit dramatischem Kirchensteuer-Einbruch bis 2027

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart befindet sich in einer tiefen Finanzkrise, da die Einnahmen aus der Kirchensteuer weiterhin dramatisch sinken. Ohne sofortige Gegenmaßnahmen werden ab 2027 drastische Kürzungen unvermeidlich – Prognosen zufolge könnten die Erträge dann auf nur noch 246 Millionen Euro sinken. Als Reaktion hat die Diözese ein ehrgeiziges Sparprogramm unter dem Namen Kirche der Zukunft gestartet.

Die finanzielle Belastung zwingt bereits jetzt zu sofortigen Einschnitten: Die Mittel für die Pfarrgemeinden werden aufgrund schrumpfender Steuereinnahmen von 183 Millionen Euro im Jahr 2025 auf 167 Millionen Euro 2026 gekürzt. Um die Lücke zu schließen, greift die Diözese stark auf ihre Rücklagen zurück – die Entnahmen belaufen sich auf rund 40 Millionen Euro.

Mit dem Projekt Kirche der Zukunft soll die finanzielle Stabilität durch radikale Umstrukturierungen gesichert werden. Geplant sind unter anderem eine Reduzierung des Gebäudebestands der Kirche um 30 Prozent, eine beschleunigte Digitalisierung sowie die Zusammenlegung der derzeit über 1.000 Pfarrgemeinden zu nur noch 50 bis 80 größeren Einheiten bis 2030. Auch die Diözesankurie will ihre Sach- und Personalkosten bis dahin um 10 Prozent senken.

Frühere Prognosen waren noch von stabilen Kirchensteuereinnahmen in Höhe von 280 bis 290 Millionen Euro ausgegangen. Doch durch sinkende Mitgliederzahlen und geringere Beiträge haben sich diese Erwartungen als unrealistisch erwiesen. Ähnliche Strukturreformen – etwa die Fusion kleiner Pfarrgemeinden zu größeren Verbünden – sind bereits in anderen finanziell unter Druck stehenden Bistümern wie Köln im Gange oder geplant.

Die Sparmaßnahmen der Diözese sollen einen noch tieferen finanziellen Absturz verhindern. Bis 2030 soll das Projekt Kirche der Zukunft durch Konsolidierung und Effizienzsteigerung die Kosten deutlich senken. Ohne diese Veränderungen wären weitere Kürzungen und Einschränkungen bei den Angeboten unvermeidbar.