11 January 2026, 20:36

Doppelte Ernte: Hohenheim kombiniert Landwirtschaft und Solarstrom unter einem Dach

Ein Feld von Solarpanelen mit B├Ąumen im Hintergrund, umgeben von Gras und Pflanzen, unter einem bew├Âlktem Himmel mit Windr├Ądern in der Ferne.

Doppelte Ernte: Hohenheim kombiniert Landwirtschaft und Solarstrom unter einem Dach

Die Universität Hohenheim hat eine neue Forschungsanlage eröffnet, die Landwirtschaft und Solarenergie kombiniert. Die Anlage befindet sich auf dem Versuchsbetrieb Ihinger Hof in Renningen und nutzt ein erhöhtes Agri-Photovoltaik-System (Agri-PV), um zu erforschen, wie Pflanzen unter Solarmodulen wachsen. Das Projekt wird von der EnBW-Stiftung in Zusammenarbeit mit regionalen Partnern finanziert.

Die 218-Kilowatt-Anlage erstreckt sich über 3.600 Quadratmeter und soll jährlich etwa 200.000 Kilowattstunden Strom erzeugen. Ihre Konstruktion ermöglicht es Traktoren, ungehindert darunter zu fahren, sodass der landwirtschaftliche Betrieb wie gewohnt fortgeführt werden kann. Die Anlage verwendet beidseitig lichtdurchlässige Glas-Glas-Solarmodule, die etwa 30 Prozent der Fläche darunter beschatten.

Die Forscher werden auf 13 mal 14 Meter großen Parzellen Weizen, Gerste und Versuchspflanzen anbauen. Durch den Vergleich verschiedener Sorten wollen sie herausfinden, wie sich Beschattung auf Ertrag und Qualität auswirkt. Hochauflösende Sensoren überwachen Bodenfeuchtigkeit, Lufttemperatur, Blatttemperatur und Sonneneinstrahlung, um Veränderungen im Mikroklima zu erfassen. Beim Bau wurde besonderer Wert auf Bodenschutz gelegt: Kräne und Hebebühnen mit bodenschonenden Reifen kamen zum Einsatz. Hauptziel der Anlage ist es, zu untersuchen, wie sich Nutzpflanzen an veränderte Lichtverhältnisse anpassen, während gleichzeitig erneuerbare Energie gewonnen wird.

Das Projekt liefert Daten darüber, wie Agri-PV-Systeme die landwirtschaftliche Produktivität und die Energieerzeugung beeinflussen. Die Erkenntnisse könnten künftige Anbaumethoden prägen, die Photovoltaik integrieren. Die Anlage stellt einen wichtigen Schritt hin zu einer nachhaltigen Flächennutzung in Baden-Württemberg dar.