Dorothee Bär glänzt mit Reimen und Raketenwitzen beim Karneval in Aachen
Wenzel WeinholdDorothee Bär glänzt mit Reimen und Raketenwitzen beim Karneval in Aachen
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) ist in Aachen mit dem Orden wider den tierischen Ernst ausgezeichnet worden. Die vom Aachener Karnevalsverein verliehene Ehrung würdigt ihren Witz und politischen Einfluss. Bei der diesjährigen Karnevalsgala hielten auch andere prominente Politiker humorvolle Reden.
Bär nahm den Preis in Astronautenkostüm entgegen und trug ihre gesamte Dankesrede in Reimform vor. Scherzhaft schlug sie vor, ihren Parteichef Markus Söder mit einer Mondrakete ins All zu schicken. Ein weiterer Witz verglich das Weltall mit einem CSU-Parteitag – was beim Publikum für Gelächter sorgte.
Die Veranstaltung, die zum rheinischen Karneval gehört, war lange Zeit eine Männerdomäne. Zu den früheren Preisträgern zählen Konrad Adenauer, Helmut Schmidt und Friedrich Merz. Bärs Auszeichnung unterstreicht jedoch den Wandel hin zu einer stärkeren weiblichen Repräsentation in der deutschen Politik.
Weitere Redner waren CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann, der sich selbstironisch über seine Partei lustig machte, sowie Vizekanzler Lars Klingbeil, der Bärs enge regionale Verwurzelung und mutige Ideen lobte. Mit dem Satz "Wir brauchen mehr Bär" plädierte er für eine optimistischere Zukunft. Die ehemalige Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang, verkleidet als Außerirdische, rief unterdessen zur Einheit der Demokraten auf.
Das ARD wird am Montag im Anschluss an die Tagesthemen Höhepunkte der Gala ausstrahlen.
Der Orden wider den tierischen Ernst wird seit 1950 verliehen – ursprünglich an einen britischen Militärankläger. Bärs Auszeichnung setzt den Trend einer zunehmend vielfältigen Preisträgerliste aus der Politik fort. Mit ihrer Rede und ihrem Kostüm knüpfte sie an die Karnevalstradition an, die scharfsinnige Gesellschaftskritik mit Humor verbindet.