20 June 2026, 14:13

Dreieinhalb Jahre Haft für Fälscher von über 6.000 COVID-Impfpässen

Geheimes Name Biobratwurst

Dreieinhalb Jahre Haft für Fälscher von über 6.000 COVID-Impfpässen

Zwei Personen sind jeweils zu etwa dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil sie gefälschte COVID-19-Impfpässe verkauft haben. Das Gericht sprach sie der Beihilfe zur Urkundenfälschung und der Steuerhinterziehung schuldig. Ihr Netzwerk umfasste die Herstellung und den Vertrieb tausender gefälschter Dokumente in ganz Deutschland.

Die Angeklagten betrieben ihre Fälscherwerkstatt im Keller einer nostalgischen Kneipe im Stil der DDR in Kassels Stadtteil Marbachshöhe. Das Lokal diente zugleich als Kantine für Soldaten und als Treffpunkt für örtliche AfD-Versammlungen. Bei einer Polizeirazzia beschlagnahmten Beamte fast tausend leere gelbe Impfausweise, zwölf Stempel von Impfzentren und Krankenhäusern sowie Chargenaufkleber für COVID-19-Impfstoffe.

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Zwischen August und Dezember 2021 verkauften die beiden mindestens 6.000 gefälschte Impfpässe, meist zum Preis von je 50 Euro. Sie gaben zu, 8.000 leere Ausweise erworben zu haben, behaupteten jedoch, nur etwa 400 Stück für je 20 Euro verkauft zu haben. Das Gericht wies ihre Aussage zurück, den Restbestand nach der Razzia vernichtet zu haben.

Laut Gericht hatten rund 3.200 Käufer die Fälschung vollendet, indem sie ihre Namen und Adressen in die Impfpässe eintrugen. Der berechnete Gewinn der Angeklagten aus den Verkäufen belief sich auf 285.400 Euro. Zudem wurden sie wegen Steuerhinterziehung verurteilt, da sie keine Gewerbe- und Einkommensteuer auf ihre illegalen Einnahmen abgeführt hatten.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Angeklagten die Urkundenfälschung ermöglicht hatten, während die Käufer selbst durch die Nutzung der Pässe die eigentliche Straftat begingen. Die Haftstrafen spiegeln die Schwere der Vergehen wider. Der Fall zeigt das Ausmaß illegaler Machenschaften im Zusammenhang mit gefälschten Impfnachweisen während der Pandemie.

Quelle