DRK Freiburg warnt: 112 nur in Lebensgefahr wählen – Reformen des Rettungsdienstes geplant
Wenzel WeinholdDRK Freiburg warnt: 112 nur in Lebensgefahr wählen – Reformen des Rettungsdienstes geplant
Vor dem Europäischen Tag der Notrufnummer am 11. Februar mahnt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Freiburg zur sachgemäßen Nutzung der 112
Alle Notrufe in Freiburg und im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald werden in der Integrierten Leitstelle entgegengenommen, die rund um die Uhr Brände, Unfälle und medizinische Notfälle koordiniert. Der DRK-Kreisverband Freiburg betont, dass die 112 ausschließlich in lebensbedrohlichen Situationen gewählt werden darf. Bei nicht dringenden medizinischen Anliegen steht die Rufnummer 116 117 zur Verfügung, die an die Kassenärztliche Vereinigung vermittelt. Die Organisation warnt: Fehlalarmierungen können die Einsatzkräfte von echten Notfällen abhalten und lebenswichtige Minuten kosten.
Bundespolitisch laufen Reformen zur Modernisierung des Rettungsdienstes an. Ein Gesetzentwurf, der für November 2025 erwartet wird, sieht vor, Leitstellen und ärztliche Bereitschaftsdienste digital zu vernetzen, einheitliche Notfallprotokolle einzuführen und an ausgewählten Krankenhäusern Integrierte Notfallzentren einzurichten. Zudem soll das medizinische Notfallsystem in das Fünfte Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) eingegliedert werden. Eine parlamentarische Anhörung zu den Plänen ist für den 23. Februar 2026 terminiert.
Das DRK begrüßt die Reformen, pocht jedoch auf bewährte Strukturen. Entscheidend seien eine stabile Finanzierung, qualifiziertes Personal und klare Aufgabenverteilungen für Hilfsorganisationen. Ohne diese Rahmenbedingungen könnten selbst die besten Neuerungen den wachsenden Anforderungen nicht gerecht werden.
Der Appell zur korrekten Notruf-Nutzung kommt zu einer Zeit, in der Rettungskräfte unter steigendem Druck stehen. Ein verantwortungsvoller Umgang mit der 112 sichert schnelle Hilfe für Menschen in akuter Gefahr. Gleichzeitig sollen die geplanten Reformen in den kommenden Jahren die Zusammenarbeit zwischen Rettungsdiensten und Gesundheitsversorgung stärken.