Drohnen gegen Kormorane: Wie Öl auf Eiern die Fischbestände am Bodensee retten soll
Antonio SchleichHunderttausende Euro für Projekte gegen den Kormoran - Drohnen gegen Kormorane: Wie Öl auf Eiern die Fischbestände am Bodensee retten soll
Behörden haben eine neue Initiative gestartet, um die Bestände der Kormorane in europäischen Feuchtgebieten zu regulieren. Mithilfe von Drohnen sollen Eier mit Öl überzogen werden, um das Schlüpfen der Jungvögel zu verhindern. Mit dieser Maßnahme wollen die Verantwortlichen die Fischbestände schützen und die Fischereiwirtschaft entlasten, da die Kormoranpopulationen weiter wachsen.
Das auf drei Jahre angelegte Projekt konzentriert sich auf Gebiete wie den Bodensee, wo die Zahl der Kormorane in den letzten Jahren stark angestiegen ist. Ein einzelner Vogel kann täglich mehr als ein halbes Kilogramm Fisch verzehren und setzt so die lokalen Fischereien unter Druck. Regionale Regierungen in Deutschland, den Niederlanden und Polen setzen ähnliche Vorhaben um, wobei die genauen Standorte je nach Projekt variieren.
Alleine am Bodensee werden die Kosten des Programms auf rund 900.000 Euro geschätzt. Die EU übernimmt 60 Prozent der Ausgaben, den Rest müssen die lokalen Behörden tragen. Drohnen sollen Nester in Bäumen anfliegen und die Eier mit Öl behandeln – die geschätzten Kosten dafür liegen zwischen 100.000 und 200.000 Euro. Das Umweltministerium unterstützt diese Methode der Bestandsregulierung als praktikable Lösung, um die Schäden zu begrenzen. Ohne Eingriffe, so die Argumentation der Behörden, könnte die gewerbliche Fischerei in den betroffenen Gebieten weiter zurückgehen.
Das Projekt verbindet Drohnentechnologie mit Wildtiermanagement, um die Vermehrung der Kormorane einzudämmen. Bei Erfolg könnte es den Druck auf die Fischbestände verringern und dazu beitragen, die Fischerei langfristig zu sichern. Die ersten Ergebnisse werden in den kommenden Jahren genau beobachtet.