Entführungsfall im Europa-Park: 31-Jähriger gesteht Misshandlung eines sechsjährigen Mädchens
Wenzel WeinholdAlbtraum im Rulantica-Bad: Wie der Sechsjährige verschwand - Entführungsfall im Europa-Park: 31-Jähriger gesteht Misshandlung eines sechsjährigen Mädchens
Ein 31-jähriger Rumäne steht wegen der Entführung und Misshandlung eines sechsjährigen Mädchens im Wasserpark Rulantica vor Gericht. Das Kind verschwand, als der Vater kurz weggegangen war, um ihr ein temporäres Tattoo zu besorgen, und die Mutter sich um das jüngere Geschwisterkind kümmerte. Der Vorfall hat zu verschärften Sicherheitsvorkehrungen im beliebten deutschen Freizeitpark geführt.
Das Mädchen war im Juli 2025 spurlos verschwunden, nachdem der Beschuldigte sie laut Ermittlern in der Nähe des Schwimmbeckens angesprochen haben soll. Den Angaben zufolge bot er an, ein Taxi zu rufen, und lockte sie anschließend auf ein Maisfeld. Überwachungsaufnahmen aus dem Europa-Park halfen später, den Mann zu identifizieren und seine Spur zu verfolgen. Eine Woche nach der Tat wurde er in Rumänien festgenommen.
Das Kind wurde fast zwei Stunden später mehrere Kilometer entfernt in einem Waldstück gefunden – erschöpft, leicht verletzt und nur mit Bikini und Badeschuhen bekleidet. Die Behörden gehen davon aus, dass der Mann dem Mädchen Kokain gab, um sie gefügig zu machen. Da sie sich jedoch wehrte, ließ er sie in einem Gebüsch am Straßenrand zurück und floh.
Der Angeklagte hat die Tat gestanden und Reue gezeigt. Sowohl die Anklage als auch die Verteidigung haben sich auf eine Haftstrafe zwischen drei Jahren und neun Monaten sowie vier Jahren und neun Monaten geeinigt. Die Eltern des Mädchens sagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus, um ihre Identität zu schützen.
Seit dem Vorfall hat der Europa-Park strengere Sicherheitsmaßnahmen eingeführt. Besucher erhalten nun Armbänder, die elektronisch mit ihrer Familiensgruppe verknüpft sind, um unbefugte Trennungen zu verhindern.
Der Prozess folgt einer zügigen Ermittlung, die sich maßgeblich auf Videoüberwachungsmaterial stützte, um den Täter zu ermitteln. Die neuen Sicherheitsvorkehrungen des Parks sollen ähnliche Vorfälle künftig verhindern. Die Familie des Mädchens erhält weiterhin Unterstützung, während das juristische Verfahren abgeschlossen wird.