17 June 2026, 19:39

Europas Industrie warnt vor CO₂-Kosten: "Wettbewerbsfähigkeit in Gefahr"

Energieintensive Unternehmen fordern Reduzierung des EU-Emissionshandels mit CO2

Europas Industrie warnt vor CO₂-Kosten: "Wettbewerbsfähigkeit in Gefahr"

Mehr als drei Dutzend große europäische Industrieunternehmen haben in einem Brief an die EU-Spitze dringende Reformen des Emissionshandels gefordert. Zu den Unterzeichnern gehören Konzernriesen wie ArcelorMittal, BP, BASF und ThyssenKrupp. Sie warnen, dass die steigenden CO₂-Kosten die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie gefährden.

Im Rahmen des EU-Klimapakets „Fit für 55“ wurde die kostenlose Zuteilung von Verschmutzungsrechten deutlich reduziert. Industrieanlagen müssen seitdem den Großteil der Zertifikate für Treibhausgasemissionen erkaufen – was die Kosten für Unternehmen in die Höhe treibt, die ihre Emissionen nicht schnell genug senken können, während das Angebot an kostenlosen Zertifikaten schrumpft.

Um Wettbewerbsnachteile auszugleichen, führte die EU den CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) ein. Dieser zielt mit einer Abgabe auf kohlenstoffintensive Importe ab, nimmt jedoch Länder mit eigenem Emissionshandelssystem aus. Die Unternehmen kritisieren jedoch, dass das aktuelle System die globale Realität nicht mehr abbilde, da allein Europa rasant steigende CO₂-Kosten auferlege.

In ihrem Schreiben an Ratspräsident António Costa und EU-Kommissionspräsident Nikos Christodoulides verweisen die Konzerne auf fehlende Infrastrukturen für Strom, Wasserstoff und CO₂-Transport. Ohne sofortiges Handeln drohe ein weiterer Schaden für die europäische Industrie, warnen die Unterzeichner. Die Einnahmen aus dem Emissionshandel fließen zwar größtenteils in Klimaschutzmaßnahmen wie den Ausbau von Wasserstoffnetzen – doch das reiche nicht aus.

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Die Industrievertreter fordern ein Stopp der weiteren Kostensteigerungen im aktuellen System. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche industrielle Transformation seien noch nicht gegeben, betonen sie. Der Brief mahnt zu schnellem Handeln, um weitere wirtschaftliche Schäden für die europäische Industrie zu verhindern.

Quelle