FDP attackiert Bergisch Gladbachs Koalitionsstreit als Ablenkung von Millionen-Defiziten
Wenzel WeinholdFDP attackiert Bergisch Gladbachs Koalitionsstreit als Ablenkung von Millionen-Defiziten
Die FDP in Bergisch Gladbach hat die anhaltende Debatte der Stadt über Koalitionspolitik scharf kritisiert. Parteimitglieder argumentieren, dass der Fokus auf politische Bündnisse drängende finanzielle und strukturelle Probleme in den Hintergrund drängt. Angesichts eines erwarteten jährlichen Haushaltsdefizits von 50 Millionen Euro bis 2030 warnen sie, dass die Zeit für echte Lösungen davonläuft.
Der FDP-Stadtrat Dr. Alexander Engel bezeichnete die aktuelle Debatte über eine "Brandmauer" als kurzsichtig. Sie lenke von dringenden Herausforderungen ab, darunter steigende Personalkosten und eine schrumpfende erwerbsfähige Bevölkerung. Engel warf linken Parteien zudem vor, konservative und liberale Vorschläge zu blockieren und damit die Frustration der Wähler zu riskieren.
Die FDP sieht die kürzlich beschlossene Obergrenze für Personalausgaben als notwendigen Schritt zur Modernisierung. Die Stadträtin Dorothee Wasmuth forderte einen Wechsel des Schwerpunkts – weg von politischem Taktieren, hin zu inhaltlichen Debatten. Sie betonte, dass es in der Diskussion um praktische Reformen und nicht um Parteibündnisse gehen müsse.
Engel warnte zudem, dass Verzögerungen bei der Umsetzung der Personalkostenbegrenzung die finanzielle Belastung der Stadt weiter verschärfen würden. Er machte den Oberbürgermeister für schnelles Handeln verantwortlich und argumentierte, dass strukturelle Veränderungen nicht länger warten könnten. Die FDP stellte klar, dass sich ihre Kritik gegen ineffiziente Systeme richte – nicht gegen die Beschäftigten im öffentlichen Dienst selbst.
Die Warnungen der Partei kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Bergisch Gladbach in den kommenden Jahren mit einem jährlichen Defizit von voraussichtlich 50 Millionen Euro rechnet. Die FDP besteht darauf, dass ohne sofortige Maßnahmen bei den Personalkosten und strukturellen Reformen die finanzielle Stabilität der Stadt weiter auf dem Spiel steht. Sie fordert einen ergebnisorientierteren Ansatz in der Kommunalpolitik.






