07 January 2026, 04:36

FDP plant radikalen Neuanfang – Dürrs Reformappell vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg

Ein Buchumschlag mit Armee-Panzern und Jeeps in einer KriegsSzene mit Text darüber.

FDP plant radikalen Neuanfang – Dürrs Reformappell vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg

FDP setzt 2026 auf Neuanfang – Dürr fordert mutige Reformen

Die Freie Demokratische Partei (FDP) will 2026 einen radikalen Neuanfang wagen. Parteichef Christian Dürr rief bei der diesjährigen Dreikönigsveranstaltung in Stuttgart zu mutigen Veränderungen auf – doch die Stimmung war von einer Mischung aus Geschlossenheit und Dringlichkeit geprägt. Angesichts sinkender Umfragewerte und der anstehenden Landtagswahl in Baden-Württemberg im März wirkte die traditionelle Kundgebung im Staatstheater Stuttgart ungewöhnlich ruhig: Weniger Besucher als sonst, keine größeren Proteste.

Dürr hielt seine erste Neujahrsrede nicht auf der Bühne, sondern von Platz acht im Zuschauerraum – eine bewusste Symbolik für die aktuelle Position der Partei. Er kritisierte die Bundesregierung für Selbstzufriedenheit, verwies auf ungenutzte Haushaltsmittel und ungelöste Probleme wie die umstrittene Eisbachwelle in München. Seine Botschaft war klar: Deutschland müsse mehr Risiken eingehen – und die FDP wolle diese Wende anführen.

Doch die Veranstaltung selbst war ein Schatten ihrer selbst. Keine massive Polizeipräsenz, keine Störaktionen, das Theater nur halb gefüllt. Selbst die sonst allgegenwärtigen Berliner Abgeordneten fehlten. Im Inneren jedoch inszenierten Parteigrößen wie Wolfgang Kubicki und Marie-Agnes Strack-Zimmermann eine humorvolle Einlage – ein Zeichen der Einheit trotz innerparteilicher Spannungen. Denn die Unzufriedenheit in der FDP brodelt weiter. Während einige einen kompletten Führungswechsel fordern, plädieren andere für eine Mischung aus Erfahrung und frischen Ideen.

Dürr, der nach dem Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl 2025 die Nachfolge von Christian Lindner angetreten hatte, steht nun unter Druck, die Partei wieder salonfähig zu machen. Ein radikaler Vorschlag liegt auf dem Tisch: Sämtliche Gesetze seit dem Jahr 2000 abzuschaffen, um das Rechtssystem quasi "auf null" zurückzusetzen. Gleichzeitig besinnt sich die FDP auf ihr Kernthema "Freiheit" und veröffentlicht Videos, in denen Anhänger erklären, was der Begriff für sie bedeutet.

Doch mit schwindendem bundespolitischem Einfluss und der entscheidenden Landtagswahl in Baden-Württemberg im März schwebt die Zukunft der Liberalen in der Schwebe. Die Dreikönigsveranstaltung zeigte sowohl ihre Krise als auch ihren Willen zur Erneuerung. Dürrs Appell zu mehr Wagnis und einem legislativen Neuanfang ist Teil der Strategie, verlorenes Terrain zurückzugewinnen. Ob der Plan aufgeht, wird sich schon bald zeigen – der Urnengang in Baden-Württemberg wird zur ersten Nagelprobe für den FDP-Wiederaufstieg.