Freiburger Frauenorganisationen kämpfen gegen tödliche Gewalt und Femizide
Wenzel WeinholdFreiburger Frauenorganisationen kämpfen gegen tödliche Gewalt und Femizide
Frauenorganisationen im Erzbistum Freiburg fordern entschlossenere Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Anlässlich des Internationalen Frauentags haben sie einen politischen Abendgottesdienst organisiert, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Die Initiatorinnen warnen, dass solche Gewalt nach wie vor massiv unterschätzt werde – viele Fälle bleiben im Verborgenen, vor allem in Familien und im sozialen Umfeld.
Die Veranstaltung am Vorabend des Internationalen Frauentags bringt prominente Redner:innen zusammen, darunter Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn, die grüne Stadträtin Anja Mayer sowie Vertreterinnen des Freiburger Frauenrats, von Amnesty International und des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Im Mittelpunkt der Diskussionen stehen die steigenden Zahlen von Gewalt gegen Frauen, darunter Femizide, sexualisierte Übergriffe und digitale Gewalt.
Fast jeden Tag wird in Deutschland eine Frau Opfer tödlicher geschlechtsspezifischer Gewalt. Doch auch jenseits von Morden nehmen andere Formen der Misshandlung zu – etwa Stalking, psychische Unterdrückung oder Online-Belästigung. Die Organisationen betonen, dass viele Betroffene im Stillen leiden, oft durch Personen aus ihrem eigenen Umfeld. Sie fordern konkrete politische Veränderungen auf Landesebene: mehr Plätze in Frauenhäusern, bessere Unterstützungsnetzwerke für Überlebende und verpflichtende Therapieangebote für Täter. Zudem verlangen sie verbesserte Sensibilisierungsschulungen für Polizei und Justiz, um eine einfühlsamere Bearbeitung der Fälle zu gewährleisten.
Beratungsstellen, Frauenhäuser und soziale Dienste in der Region leisten bereits unverzichtbare Arbeit – doch die Initiatorinnen bestehen darauf, dass dringend mehr Mittel bereitgestellt werden müssen. Kern ihrer Kampagne ist der Appell, Gewalt gegen Frauen nicht länger zu verharmlosen. Erst wenn das Problem klar benannt werde, könnten systematische Reformen folgen, um Gefährdete besser zu schützen.
Mit dem Gottesdienst und ihren politischen Forderungen wollen die Organisationen ein Thema in den Fokus rücken, das oft übersehen wird. Angesichts fast täglicher Femizide und steigender Meldungen über andere Gewaltformen drängen sie auf sofortiges Handeln. Ihre Vorschläge zielen sowohl auf rechtliche Reformen als auch auf einen gesellschaftlichen Wandel ab, um Frauen und Mädchen in der Region wirksamer zu schützen.