Gasnetze vor dem Aus: Warum Energieunternehmen bis 2040 den Rückbau planen
Nadeschda HolzapfelGasnetze vor dem Aus: Warum Energieunternehmen bis 2040 den Rückbau planen
Energielieferanten rechnen mit dem Rückbau der Gasnetze
Die Energiebranche verliert das Vertrauen, ihr Gasgeschäft für eine klimaneutrale Zukunft retten zu können.
- Dezember 2025, 15:22 Uhr
Das deutsche Gasnetz erstreckt sich über fast 600.000 Kilometer – doch seine Zukunft ist ungewiss. Durch steigende CO₂-Preise und damit verbundene höhere Erdgaskosten setzen viele Energieunternehmen nun auf einen Kurswechsel. Wie ein neuer Bericht zeigt, erwarten die meisten Firmen, ihre Gasinfrastruktur bis 2040 zurückzubauen oder stillzulegen.
Die Branche steht vor tiefgreifenden Veränderungen: Fast 70 Prozent der Unternehmen planen, bis 2028 in den Markt für Stromspeicher einzusteigen. Zwei Drittel davon wollen ihre Investitionen in Speichersysteme mindestens verdoppeln – ein klares Zeichen für den Abschied von der traditionellen Gasabhängigkeit.
Noch vor kurzem hatte die Industrie davor gewarnt, die Gasleitungen zu früh aufzugeben. Doch nur noch 4 Prozent der Unternehmen glauben, dass die Netze vollständig auf Wasserstoff umgestellt werden. Die Bundesregierung und die EU treiben derweil den Ausstieg aus fossilem Gas voran und erhöhen so den Druck auf die Branche, sich umzustellen.
Aufgrund der gestiegenen CO₂-Kosten hat Erdgas an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Folglich rechnen 61 Prozent der Energieversorger damit, ihre Gasnetze in den nächsten zwei Jahrzehnten zurückzufahren oder abzuschalten.
Der Trend ist deutlich: Die Energieunternehmen wenden sich von der Gasinfrastruktur ab. Während die Investitionen in Stromspeicher steigen, steht den Gasnetzen der Niedergang bevor. Dieser Wandel spiegelt sowohl wirtschaftliche Zwänge als auch politische Vorgaben für sauberere Energielösungen wider.