Grüne fordern mehr Landesgelder für Musikschulen im Breisgau nach Treffen mit Leitern
Wenzel WeinholdGrüne fordern mehr Landesgelder für Musikschulen im Breisgau nach Treffen mit Leitern
Ein kürzlich stattgefundenes Treffen zwischen dem Grünen-Politiker Rüdiger Tonojan und Leitern örtlicher Musikschulen hat den dringenden Bedarf an besserer Förderung der musikalischen Bildung unterstrichen. Die Gespräche fanden an der Musikschule Emmendingen statt, wo Vertreter zweier Einrichtungen ihre Herausforderungen und Erfolge vorstellten. Gemeinsam unterrichten sie rund 1.700 junge Schülerinnen und Schüler im gesamten Landkreis.
Tonojan traf sich mit Michael Bockstahler und Stefan Göritz, den Leitern der Musikschulen Waldkirch und Nördlicher Breisgau. Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Bedeutung musikalischer Früherziehung. Programme wie "Singen – Bewegung – Sprache" und "Singen – Bewegung – Musik" werden bereits in Kindergärten und Grundschulen angeboten und fördern Kreativität sowie soziale Kompetenzen der Kinder.
Die Städtische Musikschule Waldkirch, die älteste ihrer Art in Deutschland, erhält entscheidende Unterstützung durch die Gisela-Sick-Stiftung. Gisela Sick, die verstorbene Witwe des Gründers der SICK AG, widmete ihr Leben der Finanzierung moderner Räumlichkeiten der Schule im Gisela-Sick-Forum. Sie verstarb am 1. November 2024 im Alter von 101 Jahren und hinterließ damit ein bleibendes Erbe für junge Musikerinnen und Musiker.
Tonojan betonte, dass Musikschulen Kindern eine wichtige Auszeit von der digitalen Welt bieten. Besonders lobte er die rund um die Uhr zugänglichen Übungsräume der Schule, in denen Schülerinnen und Schüler jederzeit musizieren und proben können. Nach dem Treffen kündigte er an, sich im Landtag für eine Erhöhung der Landesförderung einzusetzen – konkret für eine Anhebung des aktuellen Anteils auf 15 Prozent.
An den beiden Musikschulen lernen derzeit etwa 900 Kinder im Nördlichen Breisgau und 800 in Waldkirch. Beide Leiter waren sich einig, dass zusätzliche finanzielle Mittel helfen würden, die Programme auszubauen und noch mehr Schülerinnen und Schüler zu erreichen.
Das Treffen könnte den Weg für Veränderungen in der Förderung musikalischer Bildung ebnen. Sollte der vorgeschlagene Landesanteil von 15 Prozent genehmigt werden, stünden mehr Ressourcen für Instrumente, Lehrkräfte und Räumlichkeiten zur Verfügung. Bis dahin bleiben die Schulen auf private Stiftungen und lokale Unterstützung angewiesen, um ihre Angebote aufrechterhalten zu können.