Grüne in Rheinland-Pfalz wählen neue Doppelspitze nach Wahldebakel
Antonio SchleichGrüne in Rheinland-Pfalz wählen neue Doppelspitze nach Wahldebakel
Die Grünen in Rheinland-Pfalz formen ihre Führung nach enttäuschendem Wahlergebnis neu
Nach einem enttäuschenden Wahlausgang haben die Grünen in Rheinland-Pfalz ihre Führung umstrukturiert. Im März erreichte die Partei nur 7,9 Prozent der Stimmen und schied damit nach 15 Jahren aus der Landesregierung aus. Mit nun zehn Sitzen im neuen Landtag konzentrieren sie sich auf den Wiederaufbau ihrer Unterstützung und eine engere Bindung an die Wähler:innen.
Neue Doppelspitze: Carolin Cloos und Christin Sauer An der Spitze der Partei stehen künftig zwei neue Co-Vorsitzende: Carolin Cloos aus Worms und Christin Sauer aus Mainz. Auf dem Landesparteitag wurde Cloos mit 72,28 Prozent der Stimmen zur Co-Vorsitzenden gewählt. Die 33-jährige Christin Sauer, seit 2019 Stadträtin in Mainz, sicherte sich die zweite Co-Vorsitzendenposition mit 63,37 Prozent Zustimmung. Sauer hatte zuvor von Ende 2021 bis Anfang 2025 den Mainzer Grünen-Kreisverband geleitet.
Katrin Eder übernimmt Fraktionsführung – Strategiewechsel in der Opposition Katrin Eder, die im Wahlkampf die Initiative „Schwarmkraftwerk“ vorangetrieben hatte, wird nun die Grünen-Fraktion im Landtag anführen. Das Projekt war ursprünglich jedoch vom Mainzer FDP-Politiker Volker Hans ins Leben gerufen worden. Eders Rolle als Fraktionschefin markiert einen strategischen Kurswechsel der Partei, die sich nun in der Opposition wiederfindet.
Die bisherigen Landesvorsitzenden Paul Bunjes und Natalie Cramme-Hill sind zurückgetreten, bleiben aber als Abgeordnete im Landtag aktiv. Die Grünen haben klare Ziele für die Zukunft gesteckt: Bis 2029 wollen sie auf kommunaler und Bundesebene wieder Vertrauen gewinnen und streben an, bis zur Landtagswahl 2031 in die Regierung zurückzukehren.
Mehr Bürgerbeteiligung und direkte Politikgestaltung Die Partei setzt auf verstärkten Dialog mit der Bevölkerung, um Anliegen aufzunehmen und Politik auf Basis direkter Rückmeldungen zu gestalten. Dieser Ansatz folgt auf den Verlust an Einfluss nach der März-Wahl, bei der die Grünen aus der regierenden Koalition ausscheiden mussten.
Mit zehn Sitzen im rheinland-pfälzischen Landtag und einem neuen Führungsteam wollen die Grünen in den kommenden sechs Jahren durch lokale Präsenz und inhaltliche Arbeit das Vertrauen der Wähler:innen zurückgewinnen. Langfristig bleibt das Ziel, bei der Landtagswahl 2031 wieder an die Regierung zurückzukehren.






