Hamburgs Kinder- und Jugendarbeit droht der Kollaps durch Finanznot
Antonio SchleichHamburgs Kinder- und Jugendarbeit droht der Kollaps durch Finanznot
Hamburgs einziges Fachnetzwerk für offene Kinder- und Jugendarbeit steht vor dem Aus
Der Verband für Kinder- und Jugendarbeit Hamburg (VKJH) kämpft mit finanzieller Unsicherheit und könnte ohne gesicherte Förderung geschlossen werden. Die Organisation betreibt derzeit 17 Einrichtungen und 27 Projekte in der gesamten Stadt.
Damit die Arbeit fortgeführt werden kann, benötigt der VKJH jährlich zusätzliche 120.000 Euro, um die Verwaltungskosten zu decken. Falls bis Ende Juni keine Lösung gefunden wird, muss der Verband über die Übertragung seiner Einrichtungen und Projekte an die Bezirksämter verhandeln.
Zudem droht die Schließung des OHA!-Büros für Kinder- und Jugendrechte, der Ombudsstelle des VKJH. Seit ihrer Gründung 2021 bearbeitet die Stelle jährlich rund 300 Beratungsanfragen. Die Schulbehörde hat nun beschlossen, die Ombudsstelle neu auszuschreiben – im Rahmen eines Plans, sie mit einer neuen Ombudsstelle für Kitas zusammenzulegen.
Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Jugendhilfe (BNO) hat sich eingeschaltet und zeigt sich tief besorgt über die Pläne der Stadt. Es warnt, dass die Umstrukturierung die dringend benötigte Unterstützung für Kinder und Jugendliche gefährden könnte.
Ohne schnelle finanzielle Hilfe droht dem VKJH die Schließung, was das gesamte Netzwerk der Angebote bedroht. Die Neuausschreibung der Ombudsstelle und eine mögliche Übertragung der Einrichtungen könnten die Jugendhilfe in Hamburg weiter destabilisieren. Bis zum Stichtag Ende Juni bleibt die Zukunft ungewiss.






