Handwerkskammer Freiburg kämpft mit Forderungen gegen Bürokratie und für mehr Ausbildungserfolge
Antonio SchleichHandwerkskammer Freiburg kämpft mit Forderungen gegen Bürokratie und für mehr Ausbildungserfolge
Die Handwerkskammer Freiburg hat dringende Forderungen aufgestellt, um lokale Betriebe und die duale Ausbildung zu stärken. Unter der Führung des neu gewählten Präsidenten Christof Burger setzt sich die Kammer für eine Senkung der Stromsteuer, vereinfachte Baubestimmungen und weniger bürokratische Hürden ein. Diese Maßnahmen kommen zu einer Zeit, in der die Region mit steigenden Kosten und wirtschaftlicher Unsicherheit konfrontiert ist.
Auf der jüngsten Vollversammlung der Kammer wurden die drängendsten Herausforderungen des Handwerkssektors thematisiert. Die Mitglieder sprachen sich einstimmig für eine Reihe von Prioritäten aus, darunter die Reduzierung der Stromsteuer, die Beibehaltung des aktuellen Vergabesystems für öffentliche Aufträge sowie eine Reform veralteter Bauvorschriften. Zudem forderten sie einen Abbau der Bürokratie, um die Belastung für Unternehmen zu verringern.
Weltweite Krisen haben die Materialpreise in die Höhe getrieben und die Planung in vielen Betrieben durcheinandergebracht, sodass zahlreiche Unternehmen um ihr Überleben kämpfen. Als Reaktion darauf drängt die Kammer die Politik, Entlastungsmaßnahmen einzuführen, die den Sektor stabilisieren. Trotz dieser Schwierigkeiten verzeichnet die Region einen deutlichen Anstieg der Ausbildungsverträge: Mit 2.636 neu abgeschlossenen Lehrverträgen wurde der höchste Zuwachs seit über 20 Jahren erreicht. Die Bemühungen, Nachwuchskräfte zu gewinnen, werden ausgeweitet. Programme wie JET und die Initiative der Ausbildungsbotschafter werben erfolgreich für handwerkliche Berufe und motivieren mehr junge Menschen, eine Ausbildung in diesem Bereich zu beginnen. Gleichzeitig steigt die Vielfalt: Immer mehr Frauen und internationale Bewerberinnen und Bewerber entscheiden sich für eine handwerkliche Laufbahn.
Um die Fachkräftesicherung weiter voranzutreiben, testet die Kammer neue Ansätze wie das Freiwillige Handwerksjahr, während die Gewerbe Akademie ihr Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten ausbaut, um lebenslanges Lernen zu fördern.
Der Vorstoß der Kammer für politische Veränderungen unterstreicht die Notwendigkeit, die Zukunft des Handwerks in der Region langfristig abzusichern. Mit Rekordzahlen bei den Ausbildungsverträgen und einer vielfältigeren Belegschaft passt sich der Sektor den wirtschaftlichen Herausforderungen an. Die nächsten Schritte hängen nun von politischen Weichenstellungen und der weiteren Innovation in Ausbildung und Förderprogrammen ab.