14 March 2026, 12:19

Heimsheim blockiert Bürgerentscheid zu Windkraft in kommunalen Wäldern

Eine Gruppe von Windkraftanlagen auf einem Feld umgeben von Bäumen, mit Hügeln im Hintergrund und Wolken am Himmel.

Heimsheim blockiert Bürgerentscheid zu Windkraft in kommunalen Wäldern

Der Gemeinderat von Heimsheim hat sich gegen eine Bürgerabstimmung über Windenergie in kommunalen Wäldern entschieden. Der Beschluss folgt auf eine gescheiterte Bürgerinitiative, die eine direkte Mitentscheidung der Einwohnerinnen und Einwohner zum Thema gefordert hatte. Währenddessen haben benachbarte Gemeinden bereits ähnliche Vorhaben genehmigt und treiben so den Ausbau von Windparks in der Region voran.

Die Debatte in Heimsheim begann, als eine Bürgerinitiative ein Referendum über die Nutzung von stadteigenen Waldflächen für Windkraftanlagen beantragte. Der Gemeinderat lehnte den Vorschlag jedoch ab – mit der Begründung, dass für einen verbindlichen Beschluss eine Zweidrittelmehrheit nötig gewesen wäre, die nicht erreicht wurde.

Mehrere Gemeinderäte äußerten Bedenken hinsichtlich des Zeitpunkts. Dennis Waldherr (CDU) bezeichnete eine Abstimmung zum jetzigen Zeitpunkt als "absolut falsch", da noch zu wenige Informationen vorlägen. Robin Hasenmaier (FWV) pflichtete dem bei und betonte, dass zunächst konkrete Projektpläne vorliegen müssten, bevor die Bevölkerung befragt werde. Doro Moritz (SPD) forderte, der Öffentlichkeit detaillierte Fakten zur Verfügung zu stellen, bevor eine Entscheidung getroffen werde.

Andere Ratsmitglieder zeigten sich zurückhaltender. Jürgen Gerhold (BfH) lehnte Windkraft nicht grundsätzlich ab, bestand jedoch darauf, dass die Gemeinde die Entscheidungshoheit behalten solle. Petra Beermann (BfH) unterstützte Windenergie – vorausgesetzt, die Bürgerinnen und Bürger stünden dahinter –, während Gaby Wulff (BfH) zunächst die Akzeptanz in der Bevölkerung ausloten wollte. Schließlich beschloss der Gemeinderat, eine Fachanwältin zu beauftragen, um Heimsheim in den Verhandlungen zum Windkraftausbau zu vertreten.

In der Zwischenzeit haben andere Kommunen in der Region bereits Fortschritte gemacht: Herrenberg und Herrischried gaben 2025 grünes Licht für Windenergie, während Simmozheim und Oberndorf am Neckar/Fluorn-Winzeln Abstimmungen für März 2026 ansetzten. Diese Beschlüsse bringen die Planung von Windparks in ausgewiesenen Vorranggebieten voran – darunter das Gebiet WC4 im Landkreis Calw, wo 17 Zonen (2,8 Prozent der Fläche) identifiziert wurden. Heimsheim hingegen wird die Gespräche mit Weissach im Rahmen des laufenden Interessensbekundungsverfahrens fortsetzen.

Fürs Erste hat der Gemeinderat von Heimsheim eine Bürgerbefragung zur Windenergie blockiert. Stattdessen will man weitere Informationen einholen und rechtlichen Rat einholen. Die Entscheidung lässt die Haltung der Gemeinde zum Windkraftausbau vorerst offen – während die umliegenden Kommunen ihre Projekte konsequent vorantreiben.

Quelle