Hildegard Knef: Wie eine Ikone der Nachkriegszeit bis heute strahlt
Cordula Ring100 Jahre Hildegard Knef: Ihr Make-up-Artist erinnert sich - Hildegard Knef: Wie eine Ikone der Nachkriegszeit bis heute strahlt
Dieser Sonntag wäre Hildegard Knefs 100. Geburtstag gewesen. Die Schauspielerin, Sängerin und Schriftstellerin zählte zu den prägendsten Persönlichkeiten des Nachkriegsdeutschlands. Mit ihrer unerschütterlichen Widerstandskraft hinterließ sie in Film, Musik und Literatur gleißende Spuren.
Ihr Durchbruch gelang Knef 1946 mit der Hauptrolle in Die Mörder sind unter uns, dem ersten deutschen Spielfilm nach dem Krieg. Mit ihrer rauchigen Stimme und ihren scharfsinnigen Texten wurde sie schnell zur Volksheldin – unvergessen durch Hits wie Für mich soll’s rote Rosen regnen oder Berlin, dein Gesicht hat Sommersprossen.
Doch Knef beschränkte sich nicht auf Musik und Film. Sie schrieb eigene Liedtexte und feierte später auch als Autorin Erfolge, etwa mit dem Roman Der geschenkte Gaul. Selbst am Broadway fand ihr Talent Anerkennung. Ihr Maskenbildner René Koch erinnerte sich an sie als eine Frau von ungebrochener Willenskraft – schonungslos ehrlich, scharfzüngig und einfach nicht zu besiegen. In ihren späteren Jahren pflegte sie schlichte, aber exklusive Vorlieben: Koch verriet, dass sie lieber Marlboro-Zigaretten, Dom Pérignon-Champagner und russischen Kaviar als die üblichen rosen geschenkt bekam. Am meisten Freude bereitete ihr jedoch die Familie, besonders ihre Tochter, die sie wie jede Mutter innig liebte.
Knefs Vermächtnis lebt weiter in ihren Filmen, Liedern und Büchern. Ihre Fähigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden und Schicksalsschläge mit erhobenem Haupt zu meistern, machte sie zur Kultfigur. Ein Jahrhundert nach ihrer Geburt strahlt ihr Werk – und ihr unbeugsamer Charakter – noch immer.