25 June 2026, 14:17

Hilfsorganisationen fordern 1,8 Milliarden mehr für Entwicklungshilfe bis 2025

Hilfsorganisationen kritisieren fehlende Strategie

Hilfsorganisationen fordern 1,8 Milliarden mehr für Entwicklungshilfe bis 2025

Zwei führende deutsche Hilfsorganisationen haben die Bundesregierung aufgefordert, die Mittel für humanitäre Hilfe deutlich aufzustocken. Welthungerhilfe und Terre des Hommes stellten am Mittwoch ihre jährliche Bewertung der Entwicklungspolitik vor und forderten eine Erhöhung des Haushalts für das kommende Jahr von einer Milliarde auf 2,8 Milliarden Euro.

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Mathias Mogge von Welthungerhilfe und Joshua Hofert von Terre des Hommes wiesen auf die wachsenden Herausforderungen in der Entwicklungspolitik hin. Sich verschärfende Krisen, Kriege und die Folgen des Klimawandels setzten die Hilfsbemühungen zunehmend unter Druck. Seit 2022 habe die Regierung das Budget für Entwicklungszusammenarbeit bereits um ein Drittel gekürzt, weitere Kürzungen seien bis 2027 geplant.

Die Organisationen warnten, dass die zunehmende Politisierung der Hilfe deren grundlegende Prinzipien untergrabe. Eine bedarfsorientierte, neutrale und unabhängige Unterstützung gerate ins Wanken, heißt es in ihrem gemeinsamen Bericht. Zudem betonten sie, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit stärker mit lokalen Akteuren abgestimmt werden müsse und die Spannungen zwischen deutschen Interessen und denen der Partnerländer berücksichtigt werden sollten.

Mogge unterstrich die Notwendigkeit sowohl kurzfristiger humanitärer Hilfe als auch langfristiger Präventionsmaßnahmen. Reformen müssten Qualität vor Quantität stellen, Bürokratie abbauen und zivilgesellschaftlichen Organisationen mehr Eigenständigkeit einräumen, so der Appell. Hofert ergänzte, dass eine Reform kein von Berlin gesteuertes Projekt sein dürfe, sondern Partnerländer, lokale Zivilgesellschaft und Jugendliche verbindlich einbeziehen müsse.

Obwohl die NGOs die Neuausrichtung der Entwicklungspolitik grundsätzlich begrüßten, kritisierten sie das Fehlen einer kohärenten Strategie in den von Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan vorgelegten Reformplänen.

Die Organisationen fordern eine substantielle Mittelaufstockung und einen inklusiveren Ansatz in der Entwicklungspolitik. Ihr Bericht betont die dringende Notwendigkeit einer besseren Ausrichtung an lokalen Bedürfnissen sowie einer klareren Strategie, um aktuelle und künftige Herausforderungen zu bewältigen. Eine Reaktion der Regierung auf die konkreten Empfehlungen steht noch aus.

Quelle