Hunderte Lehrkräfte steigen in A14 auf – doch Gymnasien fühlen sich benachteiligt
Cordula RingHunderte Lehrkräfte steigen in A14 auf – doch Gymnasien fühlen sich benachteiligt
Das Kultusministerium Baden-Württembergs hat Pläne vorgestellt, bis Mai mehrere hundert Lehrkräfte in die Besoldungsstufe A14 zu befördern. Die Aufstiege richten sich an Lehrerinnen und Lehrer weiterführender Schulen, darunter Gymnasien, Berufsschulen und Gemeinschaftsschulen. Doch die Maßnahme stößt auf Kritik beim Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW), der vorwirft, die Regelung vertiefe bestehende Ungleichheiten bei der Karriereentwicklung.
Der Verband argumentiert, dass Gymnasien zugunsten anderer Schulformen benachteiligt würden, und bezeichnet die Umverteilung als ein "Budget-Taschenspielertrick".
Die Beförderung in die Besoldungsgruppe A14 gilt seit langem als wichtiger Karriereschritt für erfahrene Lehrkräfte, verbunden mit höheren Gehältern und erweiterten Verantwortlichkeiten. Laut aktuellem Plan erhalten 81 dieser Stellen Gymnasiallehrkräfte, während Berufsschulen 203 Aufstiege zugewiesen bekommen. Weitere Beförderungen sind auch an Gemeinschaftsschulen vorgesehen.
Der PhV BW verurteilte das Vorgehen des Ministeriums und betonte, die versprochene Chancengleichheit für Gymnasiallehrer sei ausgeblieben. Im Regierungsbezirk Karlsruhe sei durch die Neuregelung das gesamte Jahreskontingent an Beförderungen für Gymnasiallehrkräfte nahezu aufgebraucht. Der Verband warnt vor einer "systematischen Unterfinanzierung" und behauptet, die Politik verschärfe einen seit langem bestehenden Rückstau bei den Aufstiegen.
Grundlage für das Beförderungsverfahren ist eine Verwaltungsvorschrift aus dem März 2001 mit dem Titel "Beförderung zur Oberstudienrätin/zum Oberstudienrat". Trotz dieses Rahmens besteht der PhV BW darauf, dass die jüngsten Entscheidungen des Ministeriums historische Ungleichheiten bei der Karriereentwicklung von Gymnasiallehrkräften nicht beheben.
Durch die Ankündigung des Ministeriums werden bis Mai Hunderte Lehrkräfte in besser bezahlte Positionen aufsteigen. Doch die Kritik des PhV BW unterstreicht die anhaltenden Spannungen bei der Verteilung von Ressourcen zwischen den Schulformen. Mit 81 Beförderungen für Gymnasien und 203 für Berufsschulen dürfte die Debatte über faire Karrierechancen im Bildungsbereich weitergehen.