Josefa von Hohenzollern scheitert mit OB-Kandidatur in Leonberg trotz musikalischem Ruhm
Nadeschda HolzapfelJosefa von Hohenzollern scheitert mit OB-Kandidatur in Leonberg trotz musikalischem Ruhm
Josefa von Hohenzollern, einst als "singende Bürgermeisterin" von Kollnburg bekannt, ist mit ihrem Versuch gescheitert, Oberbürgermeisterin der Stadt Leonberg bei Stuttgart zu werden. Der von der CDU unterstützte Kandidat Tobias Degode errang mit rund 51 Prozent der Stimmen einen deutlichen Sieg. Von Hohenzollern, die durch ihre musikalischen Talente Bekanntheit erlangte, kam lediglich auf 11 Prozent der abgegebenen Stimmen.
Ihr politischer Aufstieg begann in Kollnburg, wo sie mit einer Coverversion eines Liedes von Reinhard Fendrich den Spitznamen "singende Bürgermeisterin" erhielt. 2020 verlor sie jedoch ihre Wiederwahl und zog später nach Leonberg. Dort wurde sie 2021 zur Ersten Bürgermeisterin und stellvertretenden Bürgermeisterin gewählt.
Ihren Wahlkampf für das Amt der Oberbürgermeisterin startete sie im Juni mit dem Versprechen, Familienleben und lokale Politik in Einklang zu bringen. Doch ihre Kandidatur wurde von Rückschlägen überschattet, darunter der unerwartete Tod ihres Mannes, Harald von Hohenzollern, in Namibia während eines Arbeitsaufenthalts. Anfang August brachte sie im Alter von 51 Jahren einen Sohn zur Welt.
Die politische Landschaft in Leonberg hatte sich bereits nach dem Rückzug von Martin Cohn im Jahr 2023 verändert. Stefan Laybold (CDU) gewann die Stichwahl um das Bürgermeisteramt im Oktober 2023 mit 52,5 Prozent gegen den Grünen-Kandidaten Michael Bömig. Seither hat die CDU ihre Position gestärkt und Bündnisse mit SPD und FDP geschmiedet, während die Grünen und die Linke mit internen Konflikten zu kämpfen hatten. Bis 2026 verfügte Laybolds Verwaltung über eine stabile Ratsmehrheit zusammen mit den Freien Wählern, auch wenn die Debatten über Wohnungsbau und Verkehrspolitik anhielten.
Bei der jüngsten Wahl lag von Hohenzollern mit 11 Prozent weit hinter Degodes 51 Prozent. Die Kandidatin der Grünen, Marion Beck, erreichte mit 32 Prozent den zweiten Platz.
Mit von Hohenzollerns Niederlage endet ihr jüngster politischer Vorstoß. Tobias Degode wird nun als neuer Oberbürgermeister Leonbergs sein Amt antreten – gestützt auf eine starke CDU-Mehrheit. Die politischen Schwerpunkte der Stadt bleiben die anhaltenden Herausforderungen in den Bereichen Wohnraum und Infrastrukturentwicklung.






