29 December 2025, 04:36

Junge Union fordert radikale Rentenreform statt kurzfristiger Lösungen

Mehrere Personen in separaten Kabinen mit einem Hintergrund aus verschiedenen gemusterten Vorhängen.

Junge Union fordert radikale Rentenreform statt kurzfristiger Lösungen

Die Junge Union in Baden-Württemberg hat sich deutlich gegen das jüngste Rentenpaket der Bundesregierung positioniert. Landesvorsitzender Florian Hummel argumentiert, dass das gesamte System aufgrund des demografischen Wandels dringend reformiert werden müsse. Er betont, dass die Haltung der Gruppe nicht stur, sondern notwendig für die langfristige Stabilität sei.

Hummel fordert die Einsetzung einer Rentenreformkommission, die Vorschläge erarbeiten soll, bevor endgültige Entscheidungen getroffen werden. Dieses Gremium, wie im Koalitionsvertrag vorgesehen, soll aus 13 Mitgliedern bestehen – jeweils zur Hälfte Politiker und Wissenschaftler – und von Constanze Janda sowie Frank-Jürgen Weise geleitet werden. Pascal Reddig aus der Bundestagsgruppe der Jungen Union wird als stellvertretender Vorsitzender fungieren, zudem soll ein CSU-Vertreter, voraussichtlich Florian Dorn, teilnehmen. Die Deutsche Rentenversicherung Bund wird als nicht stimmberechtigter Berater mitwirken; mit Empfehlungen wird bis 2026 gerechnet.

Die Junge Union sieht sich als Hüterin des Koalitionsvertrags. Hummel weist Vorwürfe zurück, ihre Kritik gefährde den Bestand der Koalition, und betont, dass inhaltliche Debatten die Zusammenarbeit nicht untergraben. Er ist überzeugt, dass Rentenreformen bereits vor 20 Jahren hätten eingeleitet werden müssen, um die heutigen Probleme zu vermeiden. Kern ihres Arguments ist die Warnung vor den Folgen des demografischen Wandels: Ohne grundlegende Änderungen werde das Rentensystem künftige Generationen nicht mehr ausreichend absichern können. Die Ablehnung des Regierungsentwurfs spiegelt diese Sorge wider.

Die geplante Kommission soll bis 2026 Reformpläne vorlegen. Hummels Äußerungen deuten darauf hin, dass die Junge Union weiter auf strukturelle Veränderungen statt auf kurzfristige Lösungen drängen wird. Die Debatte unterstreicht den wachsenden Druck, die Nachhaltigkeit der Rentenversicherung zu sichern, bevor sich die Krise weiter verschärft.