01 January 2026, 08:33

Junge Union stellt sich gegen CDU/CSU bei der Rentenreform

Ein Mann in einem schwarzen Blazer steht an einem Podium mit Mikrofonen, spricht in eines hinein, mit einem Blumentopf oder einem Strauß daneben und einem Tisch mit einem Buch, einer Wasserflasche und anderen Gegenständen in der Nähe; dahinter eine braune Wand und eine farbenfrohe Tafel mit Text, mit drei Personen, die im Vordergrund auf Stühlen sitzen.

Junge Union trifft sich zum Deutschlandtag - Junge Union stellt sich gegen CDU/CSU bei der Rentenreform

Junge Union trifft sich zum Jahreskongress – Rentenreform im Fokus

Die Junge Union (JU), die mit rund 90.000 Mitgliedern größte politische Jugendorganisation Deutschlands, kommt an diesem Wochenende zu ihrem jährlichen Bundeskongress zusammen. Die Veranstaltung findet im Europa-Park in Rust im südbadischen Baden-Württemberg statt und steht ganz im Zeichen des von der Bundesregierung geplanten Rentenreformpakets – ein Vorhaben, das die JU vehement ablehnt.

Die Jugendorganisation fordert, die Beiträge zur Rentenversicherung für die laufende Legislaturperiode einzufrieren. Zudem setzt sie sich dafür ein, das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln – eine Position, die sie in direkten Konflikt mit führenden Vertretern der Union bringt.

Auf dem Kongress werden prominente Redner aus CDU und CSU erwartet. Bundeskanzler Friedrich Merz und Generalsekretär Carsten Linnemann werden zu den Teilnehmern sprechen. Weitere Redebeiträge kommen von Jens Spahn, dem Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sowie vom CSU-Vorsitzenden Markus Söder.

Spahn, der die Rentenreform unterstützt, hatte bereits die Verabschiedung des Gesetzes im Bundestag begrüßt. Am Freitag stimmten 318 Abgeordnete für den Entwurf, der nun – vorbehaltlich der Zustimmung des Bundesrates am 19. Dezember – am 1. Januar 2026 in Kraft treten soll. Den Beschluss nannte er „ein guten Tag für die Koalition“ und betonte, dass nach Debatten auch Entscheidungen folgen müssten. Zwar respektiere er die Kritik der JU, zuvor hatte er jedoch vor schweren Folgen gewarnt, sollte die Reform scheitern. Die Junge Union bleibt indes bei ihrer ablehnenden Haltung.

Als Jugendorganisation der konservativen Parteien argumentiert die JU, das Reformpaket gehe nicht weit genug, um die langfristige Stabilität der Rente zu sichern. Stattdessen pocht sie auf eine Beitragsbremse und eine Anpassung des Renteneintrittsalters an die steigende Lebenserwartung.

Der Kongress unterstreicht die deutlichen Differenzen zwischen der JU und den etablierten konservativen Politikern in der Rentenpolitik. Das Reformgesetz geht nun in den Bundesrat zur finalen Abstimmung, die Umsetzung ist für Anfang 2026 geplant. Der Ausgang dieser Debatte könnte die künftige Diskussion über das deutsche Rentensystem maßgeblich prägen.