Kann Polyethylen doch biologisch abgebaut werden? Forscher sucht Antworten
Antonio SchleichKann Polyethylen doch biologisch abgebaut werden? Forscher sucht Antworten
Professor Stefan Mecking von der Universität Konstanz erhält 1,25 Millionen Euro für die Erforschung des biologischen Abbaus von Polyethylen. Die Förderung stammt aus den Reinhart-Koselleck-Projekten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die mutige und innovative Forschungsvorhaben unterstützen. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Frage, ob sich der weltweit am häufigsten verwendete Kunststoff unter natürlichen Bedingungen mit der Zeit zersetzen kann.
Mecking leitet den Lehrstuhl für Chemische Materialwissenschaft an der Universität Konstanz. Sein Projekt mit dem Titel "Quantifizierung des biologischen Abbaus von Polyethylen mit katalytischen Methoden" untersucht, wie sich Polyethylen (PE) in verschiedenen Umgebungen zersetzt. Obwohl PE normalerweise als nicht biologisch abbaubar gilt, sind seine Wechselwirkungen mit biologischen Prozessen bisher nur unzureichend erforscht.
Die Studie wird zentrale Faktoren analysieren, die den Abbau beeinflussen könnten – etwa die molekulare Struktur, die Partikelgröße oder chemische Gruppen. Meckings Team plant zudem die Herstellung spezieller, isotopenmarkierter Polyethylen-Varianten. Diese sollen helfen, das aus Kunststoff freigesetzte CO₂ nachzuverfolgen und so die Abbauraten präziser zu messen.
Die Reinhart-Koselleck-Projekte fördern hochriskante, aber potenziell bahnbrechende Forschung über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren. Meckings Arbeit zielt darauf ab, eine zuverlässige Methode zu entwickeln, um zu quantifizieren, wie lange Polyethylen für den biologischen Abbau benötigt – und ob dieser in natürlicher Umgebung überhaupt stattfindet.
Mit der Förderung wird Mecking seine Untersuchungen zur Umweltwirkung von Polyethylen vorantreiben. Bei Erfolg könnte die Forschung belastbare Daten zur Persistenz von Kunststoffen in der Natur liefern. Die Ergebnisse könnten zudem künftige Strategien im Abfallmanagement und bei der Entwicklung neuer Polymere prägen.






