Karnevalsprinzessin und -prinz stürmen Gießens Rathaus zur festen Uhrzeit
Wenzel WeinholdKarnevalsprinzessin und -prinz stürmen Gießens Rathaus zur festen Uhrzeit
Gießens Karnevalsprinzessin und -prinz planen einen schalkhaften Machtwechsel im Rathaus
Die beiden Jecken wollen die Stadtverwaltung im Rahmen des diesjährigen Karnevalsmottos "Helden und Schurken" spielerisch übernehmen – und zwar während der nächsten Sitzung des Stadtrats. Die Beamten bereiten sich bereits auf die humorvolle "Machtprobe" vor.
Der Coup beginnt am Montag, dem 9. Februar 2026, um 15:30 Uhr, wenn die Ratssitzung im Sitzungssaal des Rathauses in der zweiten Etage eröffnet wird. Mit List und karnevalistischem Witz wollen Prinzessin und Prinz symbolisch die Zügel in die Hand nehmen – ganz nach dem Vorbild langjähriger Bräuche in anderen deutschen Städten.
Ähnliche Aktionen finden in der Region traditionell am Weiberfastnacht statt, etwa in Arnsberg, wo Karnevalsvereine um 11:11 Uhr in der Festhalle feierlich die "Regierungsgeschäfte" übernehmen. In Köln organisieren historische Gesellschaften wie "Die Große von 1823" seit Jahrzehnten symbolische Machtwechsel, oft verbunden mit Schlüsselübergaben in den Vierteln und flächendeckenden Büroschließungen.
Doch Gießens Stadtverwaltung lässt sich nicht überraschen: Sie hat bereits eine Gegenstrategie ausgearbeitet, um ihre Positionen zu verteidigen. Unterdessen öffnet die Zuschauergalerie in der vierten Etage pünktlich um 15:30 Uhr für alle, die das schauspielerische Kräftemessen live miterleben möchten.
Die Aktion bringt den Karneval direkt in die kommunale Politik. Zwar bleibt die "Machtübernahme" rein symbolisch, doch sie steht für eine Tradition, in der Humor und Spektakel für kurze Zeit den offiziellen Betrieb auf den Kopf stellen. Sobald die Feierlichkeiten vorbei sind, kehrt der Rathausalltag zurück.