Kirchen als kühle Zuflucht: Warum viele Türen in Berlin verschlossen bleiben
Antonio SchleichKirchen als kühle Zuflucht: Warum viele Türen in Berlin verschlossen bleiben
Kirchen in Berlin und Brandenburg werden aufgefordert, ihre Türen als kühle Zufluchtsorte während Hitzeperioden zu öffnen. Die katholische und die evangelische Kirche haben ihre Gemeinden dazu aufgerufen, geeignete Räumlichkeiten zur Erholung bereitzustellen. Doch finanzielle und logistische Hürden erschweren dies vielen Gemeinden.
Die katholische und die evangelische Kirche in der Region haben ihre Mitgliedsgemeinden offiziell gebeten, Kirchenräume für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Lediglich 13 evangelische Kirchen in Berlin öffnen derzeit an jedem Wochentag als Hitzeschutzorte, einige weitere nur unter bestimmten Bedingungen.
Viele Kirchen, wie etwa die Apostel-Paulus-Kirche in Schöneberg, bleiben dank ehrenamtlicher Unterstützung ganzjährig täglich geöffnet. Auch die Marienkirche hält täglich ihre Türen offen – unterstützt durch Touristenströme und einen hauptamtlichen Küster. Die Wichernkirche in Spandau ist zwar geöffnet, verzeichnet aber bisher keinen Anstieg von Besuchern, die Schutz vor der Hitze suchen.
Die meisten Kirchen bleiben jedoch aus Sicherheitsgründen verschlossen, um Diebstahl und Vandalismus vorzubeugen. Die Lutherkirche in Spandau könnte zwar als Kühlort dienen, kämpft aber mit Vandalismus und einem Mangel an Freiwilligen. Finanzielle Mittel sind knapp, sodass die Gemeinden stark auf ehrenamtliches Engagement angewiesen sind, um ihre Türen offen zu halten.
Die Opposition kritisiert den Senat dafür, nicht genug kühle Rückzugsorte anzubieten oder sich aktiv mit potenziellen Standorten abzustimmen. Trotz baulicher Vorteile, die viele Kirchen von Natur aus kühl halten, bleiben praktische Hindernisse bestehen. Nur wenige Kirchen sind derzeit in der Lage, durchgehend als Hitzeschutzzentren zu fungieren.
