Kleinbauern fordern mehr Klimaschutz: "Unsere Existenz steht auf dem Spiel"
Nadeschda HolzapfelKleinbauern fordern mehr Klimaschutz: "Unsere Existenz steht auf dem Spiel"
Bäuerliche Vertreter aus ganz Afrika, Asien, Lateinamerika und dem Pazifikraum trafen sich in Bonn zu den Tagungen der Nebenorgane der UN-Klimarahmenkonvention. Als Stimme von 95 Millionen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern betonten sie den dringenden Handlungsbedarf im Klimaschutz, um Familienbetriebe zu unterstützen. Diese Bauern erzeugen mehr als die Hälfte der weltweiten Nahrungskalorien und sichern damit den Lebensunterhalt in ländlichen Regionen weltweit.
Esther Penunia, Stephen Muchiri und Thomas Patriota sprachen im Rahmen der SB64 über die wachsenden Bedrohungen für Familienbetriebe. Klimafolgen und schwankende Produktionskosten erschweren es den Landwirtinnen und Landwirten zunehmend, Nahrungsmittel anzubauen und ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Das aktuelle El-Niño-Phänomen gefährdet nun zudem die Niederschläge und die Agrarproduktion in Asien und Afrika – mit gravierenden Folgen für Ernten, Fischerei und Viehzucht.
Bisher fließt nur ein geringer Teil der Klimafinanzierung direkt an Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Die Initiative Forest and Farm Facility fördert lokale Lösungen, um Widerstandsfähigkeit aufzubauen, Böden zu regenerieren und Existenzgrundlagen zu verbessern. Bauerngesteuerte Ansätze wie die Agroökologie können die Anpassungsfähigkeit stärken und die biologische Vielfalt schützen.
Das Bündnis Family Farmers for Climate Action schlug einen Resilienz- und Ermächtigungsfonds für Bäuerinnen und Bauern vor. Dieser soll Gelder direkt an Bauernorganisationen weiterleiten, um ihnen die Anpassung an den Klimawandel und die Sicherung der Nahrungsmittelproduktion zu ermöglichen.
Wirksame Klimafinanzierung muss Kleinbäuerinnen und Kleinbauern erreichen, um Ernährungssysteme zu stärken und Klimaziele zu erfüllen. Die Landwirtinnen und Landwirte in den Mittelpunkt des Klimaschutzes zu stellen, ist entscheidend für die globale Ernährungssicherheit und eine nachhaltige ländliche Entwicklung. Ihre Rolle bei der Gestaltung widerstandsfähiger Landschaften bleibt für die Zukunft unverzichtbar.
