Kretschmann stärkt deutsch-französische Partnerschaft im Elsass mit Fokus auf Forschung und Handel
Wenzel WeinholdKretschmann stärkt deutsch-französische Partnerschaft im Elsass mit Fokus auf Forschung und Handel
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat einen dreitägigen Besuch in der französischen Region Grand Est begonnen. Im Mittelpunkt der Reise stehen die Vertiefung der Beziehungen in Handel, Forschung und grenzüberschreitender Zusammenarbeit. Kretschmann legt seit langem großen Wert auf die Beziehungen zu Frankreich – es ist bereits sein neunter offizieller Besuch seit seinem Amtsantritt 2011.
Auf dem Programm des Ministerpräsidenten stehen Gespräche mit regionalen Politikern, Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Themen werden unter anderem Verteidigung, Luft- und Raumfahrt sowie künstliche Intelligenz sein – Schlüsselsektoren für die künftige Zusammenarbeit. Zudem wird Kretschmann das Quantenzentrum der Universität Straßburg besuchen, um die wissenschaftliche Partnerschaft zu unterstreichen.
Die Reise hat auch symbolische Bedeutung: Kretschmann wird am Hartmannswillerkopf-Denkmal im Elsass der Opfer des Ersten Weltkriegs gedenken und damit die deutsch-französische Freundschaft würdigen. Die Region teilt sich eine 180 Kilometer lange Grenze mit Baden-Württemberg, was den grenzüberschreitenden Austausch besonders wichtig macht.
Die wirtschaftlichen Verbindungen zwischen beiden Gebieten sind bereits eng. Frankreich ist nach wie vor der zweitwichtigste Handelspartner Baden-Württembergs, mit Importen im Wert von fast 18 Milliarden Euro im Jahr 2024. Auch der tägliche Pendlerverkehr verbindet die Regionen: Rund 60.000 Menschen fahren aus Baden-Württemberg in die Schweiz zur Arbeit, während viele Elsässer im deutschen Südwesten beschäftigt sind.
Kretschmann betont, dass eine engere Zusammenarbeit entscheidend für die globale Wettbewerbsfähigkeit sei. Sein Besuch reiht sich in eine Serie häufiger Kontakte ein: Seit fast 15 Jahren im Amt hat er Frankreich neunmal und die Schweiz zehnmal besucht. Ob dies sein letzter Auslandsbesuch als Ministerpräsident bleibt, ist noch ungewiss – theoretisch könnte er auch nach der Landtagswahl im März 2026 noch reisen.
Die Reise unterstreicht die tiefen wirtschaftlichen und kulturellen Verbindungen zwischen Baden-Württemberg und seinen Nachbarn. Mit laufenden Gesprächen zu Verteidigung, Technologie und Handel wollen beide Seiten die bestehenden Partnerschaften weiter ausbauen. Die Ergebnisse könnten die künftige Zusammenarbeit in Schlüsselbranchen und Forschungsbereichen prägen.






